Blaues Rainfarnöl

Blaues Rainfarnöl
Der blaue Rainfarn (Tanacetum Annuum) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler deren Verbreitungsgebiet sich über das südliche Europa bis nach Nordafrika erstreckt. Nicht zu verwechseln ist der blaue Rainfarn mit dem toxischen gemeinen Rainfarn (Chrysanthemum vulgare).

Die tiefblauen ätherischen Öle des blauen Rainfarn finden heute unter anderem in der Aromatherapie ihre Anwendung. Ihr Duft ist warm, süßlich und erinnert an Beeren. Außerdem kommt das Öl des blauen Rainfarn aufgrund seiner hautberuhigenden Wirkung in zahlreichen Kosmetikprodukten zum Einsatz.
Bezeichnung: Blauer Rainfarn
Botanischer Name: Tanacetum Annuum
Synonyme: Wurmkraut
Englischer Name: Tansy
Preis pro 10ml: ab € 20

Psychische Wirkung

Einer Studie der Universitaet Oxford aus dem Jahre 2009 zufolge besitzt das Öl des blauen Rainfarn eine entspannende und beruhigende Wirkung. Studienteilnehmer berichteten von einer stark stressreduzierenden Wirkung des Öls.
 
Das Öl des blauen Rainfarn soll der Studie zufolge direkte Auswirkungen auf unsere Emotionen besitzen. Probanden berichteten von stark reduziertem Ärger. Einige Teilnehmer der Studie hatten das Gefühl deutlich verstärkter Selbstkontrolle. Das Öl soll außerdem negative Gefühle lösen, sowie positive Empfindungen fördern.

Körperliche Wirkung

Die vielfältigen physiologischen Wirkungen des blauen Rainfarn wurden bereits mehrfach durch wissenschaftliche Studien belegt.
 
Als Aromaöl wirkt es beispielweiße exzellent bei saisonellen Atemwegsbeschwerden wie Heuschnupfen. Auch konnte ein lindernder Effekt bei schweren asthmatischen Erkrankungen nachgewiesen werden.
 
Eine Studie der technischen Hochschule Hamburg aus dem Jahre 2013 konnte belegen, dass das Öl des blauen Rainfarn eine starke antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung besitzt. Bei direkter Auftragung auf die Haut konnte ein lindernder Effekt bei Verbrennungen, Ekzemen und Allergien beobachtet werden. Dabei wurde das Öl des blauen Rainfarn jedoch nicht pur, sondern in Form einer 3%igen Lösung in Sesamöl aufgetragen.
 
Der Studie zufolge setzte die Wirkung des Öls bereits nach wenigen Minuten ein. Auf Verbrennungen aufgetragen wirkt das Öl des blauen Rainfarn stark schmerzlindernd und beruhigend auf die Haut. Bei allergischen Reaktionen welche mit Juckreiz verbunden sind, konnte bereits nach 30 Minuten eine erhebliche Reduktion des Juckreizes erreicht werden. Auf direkte allergische Reaktionen der Haut, wie etwa Ausschlag oder Blasenbildung hatte das Öl des blauen Rainfarn jedoch keine Auswirkungen.
 
Bei oraler Einnahme soll das Öl der Studie zufolge dazu beitragen Leber und Lymphsystem zu reinigen. Da die Studie jedoch keine exakte Dosierung nennt, ist von einem Selbstversuch abzuraten, um Nebenwirkungen vorzubeugen.

Nebenwirkungen
Direkte Gefahren und Nebenwirkungen des Öls des blauen Rainfarn bei der Verwendung als Duftöl sind nicht bekannt. Bei direktem Hautkontakt kann es zu Rötungen und Reizung der Haut kommen. Bei oraler Einnahme des Öls kann es zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Benommenheit führen. Bei sehr hohen Konzentrationen kann es aufgrund des hohen Mycrengehaltes zu Halluzinationen führen.

Anwendung

Das Öl des blauen Reinfarn kann als klassisches Duftöl verwendet oder stark verdünnt in Sesamöl direkt auf die Haut aufgetragen werden. Sollten sie das Öl direkt auf ihre Haut auftragen, ist eine Verdünnung von 10 Tropfen Öl des blauen Rainfarn auf 10 ml Sesamöl empfehlenswert. Anderenfalls kann es zu Hautreizungen führen. Bei der Verwendung als Duftöl kann das Öl pur zur Anwendung gebracht werden.

Chemische Zusammensetzung

Die intensive blaue Farbe des Öls des blauen Rainfarn ist auf den hohen Gehalt an Azulen zurückzuführen. Azulen ist ein cyclisches Kohlenwasserstoff welches sich auch in der Kamille findet, und früher zum färben von Stoffen verwendet wurde. 5-36% des Öls bilden die Stoffe Mycren und Sabinen. Beides sind Stoffe aus der Gruppe der Monoterpenkohlenwasserstoffe. Sie sind vor allem in den Blütenblättern von Pflanzen zu finden, und sind für deren Farbe verantwortlich.
 
4-18% des Öls bildet der Stoff Campher. Campher wirkt durchblutungsfördernd und schleimlösend. 17-38% bildet Chamazulen. Dieser Stoff ist für die entzündungshemmende Wirkung des Öls des blauen Rainfarn verantwortlich.

Herstellung

Für die Gewinnung des Öls des blauen Rainfarn wird die ganze Pflanze verwendet. Das Pflanzenmaterial wird zunächst getrocknet und das Öl anschließend durch die sogenannte Wasserdampfdestillation gewonnen.
Das Prinzip dieser schonenden Methode besteht darin das Öl durch heißen Wasserdampfes aus dem getrockneten Pflanzenmaterial herauszulösen. Der Vorteil gegenüber anderen Verarbeitungsmethoden besteht darin, dass bei niedrigeren Temperaturen gearbeitet wird und das gewonnene Öl dadurch von höherer Qualität ist.
 
Lagern sie das Öl außerhalb der Reichweite von Kleinkindern stehts kühl und dunkel um die gleichbleibende Qualität des Produktes sicherzustellen. Sollte sich das Öl verfestigen ist dies kein Hinweis darauf dass das Produkt das Haltbarkeitsdatum überschritten hat. Dies ist viel mehr ein Zeichen der Hochwärtigkeit des Produktes. Qualitativ hochwertige Öle besitzen die Eigenschaft bei tiefen Temperaturen fest zu werden. Sie kennen dies wahrscheinlich von gutem Olivenöl. İn diesem Fall reicht es aus das Öl leicht zu erwärmen. Es wird sich sofort wieder verflüssigen. Anschließend steht es ihnen in gleicher Qualität für jede weitere Anwendung zur Verfügung.

Botanik

Der blaue Rainfarn ist eine stark wuchernde, ausdauernde krautige Pflanze. Er erreicht eine Höhe von 60 bis 130 cm und bildet ein sogenanntes Rizhom. Die wechselständigen Blätter duften stark. Die unteren Laubblätter sind gestielt, die oberen sitzend. Die Blüten sind weiss bis hellblau und ähneln denen der Kamille, wodurch der blaue Rainfarn auch seinen Zweitnamen ''marokkanische Kamille'' erhalten hat.

Bei Regen und Abends schliesst der blaue Rainfarn seine Blüten wobei er deren leuchtend rote Unterseite präsentiert. Die ganze Pflanze enthält stark riechende Öle. Der blaue Rainfarn blüht von Juni bis September.

Kultivierung

Die Wirkung des blauen Rainfarn ist bereits seit dem Altertum bekannt. Kultiviert wird er jedoch erst seit Ende des 16. Jhd. Er wächst in dichten Matten und kommt auch mit trockenen und sehr kargen Böden gut zurecht. Das Hauptanbaugebiet des blauen Rainfarn liegt heute hauptsächlich in Marokko. Wobei sich auch einige wenige Bauern im Süden Spaniens auf die Kultivierung dieser seltenen Heilpflanze spezialisiert haben.
 
Der Anbau des blauen Rainfarn erfordet keine jährliche Aussaat wie bei den meisten Kulturpflanzen, da die Pflanze sehr robuste Wurzelstöcke besitzt und nur der oberirdische Teil geerntet wird. Die Ernte des blauen Rainfarn erfolgt je nach Anbaugebiet von Juni bis Oktober.

Weitere verwandte Öle

Wacholderöl

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis, Volksname: Kranebittn, Feuerbaum) ist einer von 2 in Europa beheimateten Wacholderarten. Aus seinen Beeren und seinen Blättern können ätherische Öle gewonnen werden, welche stark terpenartig nach Koniferen riechen. Der Geschmack des Wacholderöls ist aromatisch-bitter. 

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).
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