Anisöl

Anisöl
Anis ist bereits seit dem Altertum eine bekannte Heilpflanze. Heute verwendet man Anis noch sehr oft in bekannten Schnäpsen wie Absinth oder Sambuca als Geschmacksgeber. Aber auch als Heilmittel ist das Anisöl weit verbreitet. Sein Duft ist typisch würzig-scharf 
Bezeichnung: Anis
Botanischer Name: Pimpinella anisum
Synonyme: Anais, Fenchelöl, Anisi aetheroleum, Oleum Anisi
Englischer Name: Anise Oil
Ursprungsländer: Mittelamerika, Mitteleuropa, Japan, Südeuropa
Preis pro 10ml: ab 3,90 €

Psychologische Wirkung

Der Duft von Anisöl hat auf unsere Psyche einige hervorragende Eigenschaften. So wirkt das Öl zum Beispiel angstlösend, was für Menschen mit Angstzuständen hilfreich ist. Sie können ein Fläschchen mit Anisöl mit sich führen und bei auftretenden Angstzuständen daran riechen. Es ist außerdem bekannt dafür Blockaden zu lösen und stark ausgleichend zu wirken. Außerdem entspannt es bei einer gestressten Grundstimmung und regt bei Schlappheit an.

Körperliche Wirkung

Die Inhaltsstoffe des Anisöls haben ein sehr breites Wirkungsspektrum gegen eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme. Nicht umsonst stellt die Anispflanze schon seit Jahrhunderten ein zentrales Heilkraut in der europäischen Volksmedizin dar. 

Anisöl gegen Atembeschwerden, Husten und Bronchitis

Die stark auswurffördernde Wirkung von Anisöl macht es zu einem idealen Heilmittel wenn es darum geht, Beschwerden der Atemwege zu behandeln. Husten und Bronchitis entstehen häufig wenn die Bronchien mit zähem Schleim verstopft sind. Dadurch kann es unter Umständen auch zu Atemnot kommen. Die Wirkstoffe im Anisöl verflüssigen diesen festsitzenden Schleim und helfen Betroffenen diesen besser auszuhusten. Dadurch werden die Atemwege befreit und Patienten erfahren eine Linderung ihrer Beschwerden. 

Anisöl gegen Darmkoliken und andere Darmprobleme

Anisöl wirkt sehr stark krampflösend. Dies kommt uns zugute, wenn wir an Magen- oder Darmkrämpfen leiden. Das Anisöl verhindert die Ausschüttung von verschiedenen Neurotransmittern, die die Muskulatur in der peripheren Muskulatur unseres Verdauungssystems zur Kontraktion anregen. Diese Neurotransmitter werden normalerweise ausgeschüttet, um Nahrung durch unseren Magen-Darmtrakt zu befördern. Bei zu vielen dieser Neurotransmitter verkrampft sich jedoch die Muskulatur. Durch die Reduktion der Überproduktion werden die Darmkrämpfe gemildert. 

Anisöl gegen Läuse, Milben, Flöhe und Zecken

Wie viele andere ätherische Öle auch besitzt das Anisöl eine ausgeprägt antiparasitäre Wirkung. Parasiten wie Läuse, Milben, Flöhe und Zecken sind nicht nur lästig und unhygienisch, sie sind auch für die Übertragung zahlreicher Krankheiten verantwortlich und stellen somit eine Gefahr für den Menschen dar. Anis produziert Stoffe, die für bestimmte Parasiten sehr unangenehm riechen. Dadurch können diese durch das Öl wirksam bekämpft werden. 

Anisöl gegen Erkältungskrankheiten

Die antibakterielle, entzündungshemmende und schleimlösende Wirkkombination von Anisöl macht es zu einem idealen Mittel gegen Erkältungen. Das Öl tötet zum einen die Bakterien, die die Erkältung auslösen und lindert zum anderen durch die entzündungshemmende Wirkung gleichzeitig Beschwerden der Atemwege und Nasenschleimhäute. Dazu kommt noch die schleimlösende Eigenschaft, die bei verstopften Atemwegen sehr hilfreich ist. 

Anisöl zur Förderung der Menstruation

Eine sich verzögernde oder gar ausbleibende Menstruation stellt für viele Frauen ein schmerzhaftes und vor allem lästiges Problem dar. Anisöl ist bekannt dafür, stark menstruationsfördernd zu wirken. Somit kann die verzögerte Monatsblutung mit Hilfe des Öls besser eingeleitet werden. 

Anisöl gegen Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung

Wie wir bereits wissen, wirkt Anisöl stark entzündungshemmend und schleimlösend. Erkältungen oder Schnupfen gehen sehr oft mit Entzündungen der Nasennebenhöhlen einher. Das verursacht bei Betroffenen Kopfschmerzen und Atembeschwerden. Durch die schleimlösende Wirkung von Anisöl kann der Schleim aus den Nebenhöhlen entfernt werden, was zu einer Befreiung der Atemwege führt. Zusätzlich hilft die entzündungshemmende Wirkung des Anisöls direkt gegen die Entzündung. 

Nebenwirkungen

Anisöl gilt zwar allgemein als sehr nebenwirkungsarm, kann bei empfindlichen Menschen jedoch zu einer Reizung der Magenschleimhaut und daraus resultierenden Magenschmerzen führen. Das Öl gilt zudem auch als phototoxisch. Das bedeutet, dass es in Verbindung mit Sonnenlicht zur Bildung giftiger Stoffe kommen kann. Sie sollten deshalb darauf achten, nach der Auftragung des Öls auf Ihre Haut nicht zu lange in der Sonne zu liegen. Außerdem kann Anisöl in sehr seltenen Fällen auch zu allergischen Reaktionen führen, weshalb Sie bei der Einnahme des Öls zuerst eine kleine Menge verwenden sollten, um Ihre spezifische Reaktion auf das Öl zu beobachten.

Anwendung

Für die Einnahme von Anisöl gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten, die sich nach dem Problem richten, gegen welches das Öl zur Anwendung gebracht werden soll. Eine sehr bekannte Form ist der sogenannte ‘Anisspiritus’. Er gilt bereits seit langer Zeit als bewährter Hustenlöser. Für die Herstellung von Anisspiritus müssen Sie lediglich 1 ml Anisöl in 75 ml Ethanol lösen. Sobald sich das Öl fertig gelöst hat, geben Sie noch 20 ml Wasser und 3 ml Ammoniumchlorid hinzu und fertig ist das Wundermittel. Für die Anwendung gegen Husten empfiehlt es sich 3 mal täglich ca. 15 Tropfen davon einzunehmen. Eine andere Darreichungsform ist das sogenannte Aniswasser. Für die Herstellung geben Sie 1 ml Anisöl zu 35 ml Ethanol und anschließend 35 ml Wasser und 3 ml Ammoniumchlorid hinzu. Diese Darreichungsform eignet sich besonders um die schleimlösende Wirkung des Anisöls hervorzuheben.  Anisspiritus und Aniswasser enthalten beide Alkohol und sind somit für Kinder und alkoholkranke Menschen nicht geeignet. Wenn Sie das Anisöl auf ihre Haut auftragen wollen, tun Sie das niemals in seiner reinen Form, da das Öl eine starke Reizwirkung auf unsere Haut hat. Vermischen Sie dafür einfach 10 Tropfen Anisöl mit einem geeigneten Trägeröl und tragen Sie das Gemisch anschließend auf. 

Herstellung von Anisöl

Anisöl wird durch Wasserdampfdestillation aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen. Man braucht für die Produktion von 1l Anisöl bis zu 95 kg Pflanzenmaterial.

Inhaltsstoffe im Anisöl

  • Die wichtigsten biologisch aktiven Wirkstoffe im Anisöl sind: 
  • Trans-Anethol 
  • Estragol 
  • Anisaldehyd 
  • Acetanisol

Geschichte

Anisöl ist bereits seit dem Altertum ein wichtiges und hoch geschätztes Heilmittel. Bereits den Römern und den Griechen war die Kraft des Anis bekannt. Sie verwendeten Anis gegen Husten und Vergiftungen, wie zum Beispiel bei Schlangenbissen. Bereits der bekannte Mathematiker Pythagoras beschrieb Anis als Heilpflanze, die den Appetit anregt und Blähungen treibt.

Botanik

Die Anispflanze stammt aus der Familie der Doldenblütler und erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 cm. Die gesamte Pflanze ist stark aromatisch und verströmt den typischen Anisgeruch. Ihre Blütezeit ist von Juni bis Dezember, wobei die Blüten eine Größe von ca 2,5 cm erreichen. Die Früchte des Anis reifen von August bis September an der Pflanze und fallen anschließend ab. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich rund um das östliche Mittelmeer, wobei Anis heute jedoch weltweit in gemäßigten Klimazonen angebaut wird. 

Kultivierung

Anis ist eine lichtliebende Pflanze, die bevorzugt auf nährstoffreichen Böden wächst. Während der Wachstumsperiode ist es wichtig, dass der Boden gleichmäßig feucht gehalten wird, da Trockenheit sich negativ auf die Wuchshöhe auswirkt. Während der Erntezeit mindert trockener Boden oder Staunässe die Qualität der Ernte. Besonders wichtig für ein komplettes Ausreifen der Früchte ist eine konstante Temperatur von über 20 Grad, da Anis sehr empfindlich auf größere Temperaturschwankungen reagiert. Geerntet werden die Samen des Anis traditionell im September, wobei das Kraut abgemäht und anschließend gedroschen wird. 

Weitere verwandte Öle

Kamillenöl

Kamillenöl ist in Europa seit jeher ein weit verbreitetes Heilmittel. Schon bei den Germanen wurde die Kamille wegen ihrem sonnenähnlichen Aussehen verehrt. Das Öl wird auch heute noch sehr geschätzt und ist in Medikamenten, Hautcremes und Nahrungsmitteln enthalten. Der Duft der Kamille erinnert an Apfel und auch der Name der Kamille stammt vom griechischen ''Chamaileon'' ab, was soviel bedeutet wie ''Apfel der Erde''.

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Melissenöl

Die Melisse stellt heute ein sehr beliebtes Kraut in der Heilkunde sowie in der Küche dar und Ihr Öl hat vielfältige positive Auswirkungen auf unsere Psyche und unseren Körper. Der Duft des Melissenöls erinnert stark an Pfefferminte und Zitrone.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl ist ein weltbekanntes, vor allem in der muslimischen Welt weit verbreitetes Öl, dem sagenhafte Heilkräfte nachgesagt werden. Sein Geruch und der Geschmack wird als intensiv und leicht pfeffrig-scharf beschrieben.

Ylang Ylang Öl

Ylang-Ylang-Öl wird aus den Blüten des in Indonesien beheimateten Ylang-Ylang-Baumes gewonnen und gilt in vielen Ländern als Heilmittel. Der Herstellungsprozess des Öls ist wesentlich komplexer, als der anderer ätherischer Öle und je nach Dauer des Prozesses ändert sich auch der Duft des Öls. Diese öl ist eine der Grundduftnoten des weltbekannten Parfums Chanel Nr. 5.
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