Wintergrünöl

Wintergrünöl
Wintergrünöl ist ein sehr intensiv duftendes ätherisches Öl, das aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen wird. Sein Duft erinnert leicht an Kampfer und Vanille, der Geschmack ist minzeartig. Der Duft des Öls ist so intensiv, dass man seinen Geruch sogar schon an den Blättern der Pflanze wahrnimmt.
Bezeichnung: Wintergrün
Botanischer Name: Gaultheria procumbens
Synonyme: Salicylsäuremethylester, Gaultheriaöl, Niedere Scheinbeere, Wintergreen
Englischer Name: Wintergreen Oil
Ursprungsländer: Nordamerika, Kanada Achtung!!! Während die Scheinbeere Gaultheria fragantissima ursprünglich aus Nepal kommt, findet die Niedere Scheinbeere (Gaultheria procumbens) ihren Ursprung in Nordamerika und Kanada
Preis pro 10ml: ab 3,09 €

Wirkung  

Die einzigartigen Wirkstoffe im Wintergrünöl ermöglichen eine breite Anwendung gegen die unterschiedlichsten Arten von gesundheitlichen Problemen. Einige Eigenschaften des Öls sind einzigartig, besonders seine schmerzlindernde Wirkung ist stark ausgeprägt. Im folgenden sollen die wichtigsten Wirkmechanismen des Wintergrünöls erklärt werden: 

Wintergrünöl als natürliches Schmerzmittel

Man bezeichnet Wintergrünöl auch als natürliches Aspirin. Diese Bezeichnung rührt von seinem Hauptwirkstoff Salicylsäuremethylester. Die Pflanze produziert diesen Wirkstoff als Abwehr gegen Schädlinge und als Pheromon, um andere Pflanzen vor schadhaften Insekten zu warnen. Das klassische Schmerzmedikament Aspirin, auch als Acetylsalicylsäure bekannt, wird chemisch gesehen aus der gleichen Ursubstanz hergestellt, nämlich der Salicylsäure. Und eben diese Ursubstanz ist für die schmerzlindernde Wirkung in unserem Körper verantwortlich. Unser Körper verarbeitet beide Stoffe, das Aspirin und das Wintergrünöl auf die gleiche Art und Weise. Aspirin hat dabei jedoch einen sehr wichtigen Vorteil: Der Wirkstoff im Aspirin kann genau dosiert werden. Salicylsäuremethylester kann bei Überdosierung sehr stark toxisch wirken und schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Die 17-jährige Arielle Newman soll sogar daran gestorben sein. Dies ist jedoch als Einzelfall bekannt. Salicylsäuremethylester wird in den USA bis heute als Geschmacksgeber in Kaugummis eingesetzt. Dies hat sich in Europa bis heute nicht durchgesetzt, da der Stoff für den europäischen Gaumen nicht ansprechend ist. 

Wintergrünöl gegen Rheuma, Arthritis, und Gelenkschmerzen

Wintergrünöl ist wegen seiner äußerst stark ausgeprägten schmerzlindernden Wirkung in sehr vielen Rheumasalben verarbeitet. Äußerlich aufgetragen wirkt der Stoff Salicylsäuremethylester sehr schnell gegen die Schmerzen, die Rheuma verursachen. Auch gegen herkömmliche Gelenkschmerzen - etwa nach dem Sport - kann das Öl verwendet werden. Dabei kann für das äußerliche Auftragen auch das pure Öl angewandt werden und es ist nicht notwendig auf synthetische Präparate wie Salben oder Cremes zurückgreifen, da eine Überdosierung bei dieser Anwendungsform auszuschließen ist. Das Öl wirkt jedoch nicht nur schmerzlindernd, sondern auch stark entzündungshemmend. Diese Eigenschaft macht das Wintergrünöl zu einem ausgezeichneten Mittel gegen Arthritis, einer schmerzhaften Entzündung der Gelenke. Das Wintergrünöl bekämpft somit nicht nur die Schmerzen, die durch die Arthritis verursacht werden, sondern hilft auch direkt gegen die Entzündung an sich.

Wintergrünöl gegen Arteriosklerose

Unter einer Arteriosklerose versteht man die Verkalkung von Venen. Sie wird vor allem durch zu fette Ernährung, Rauchen, Diabetes oder durch genetische Faktoren ausgelöst. Gewisse Wirkstoffe im Wintergrünöl helfen die Verstopfungen in den Venen schonend zu entfernen. Das Öl kann zwar nicht die Einnahme herkömmlicher Medikamente ersetzen, es kann für diese Medikamente jedoch unterstützend wirken. 

Wintergrünöl gegen Appetitlosigkeit

Wintergrünöl wirkt nicht nur schmerzlindernd und entzündungshemmend, sondern auch stark durchblutungsfördernd. Bei oraler Einnahme wird die Magenwand stärker durchblutet und die Magensaftproduktion verstärkt. Durch die vermehrte Sekretion von Magensäure bekommt unser Körper das Signal, dass er dazu fähig ist, Nahrung zu verdauen und somit steigt auch der Appetit.

Nebenwirkungen  

Das im Wintergrünöl enthaltene Salicylsäuremethylester ist für die meisten positiven Wirkungen des Öls verantwortlich. Der Stoff ist aber auch dafür bekannt, bei sehr hoher Überdosierung schwerwiegende gesundheitliche Probleme auslösen. Besonders schwangere Frauen sollten deshalb davon absehen, Wintergrünöl zu verwenden.

Eine hohe Überdosierung ist allerdings erst bei einer hohen und langanhaltenden Einnahme zu befürchten. Eine solche Überdosierung äußert sich durch nervöse Erscheinungen wie Ohrensausen, Taubheit, Halluzinationen, Delirien, lokale Hautreizung, Schädigung des Gefäßsystems und verstärkte Neigung zu Blutungen.

Anwendung

Als maximale Tagesdosis wird von Medizinern von 3g empfohlen. Für die äußere Anwendung sollte das Wintergrünöl stets mit einem geeigneten Trägeröl, wie zum Beispiel Olivenöl, gemischt werden. Mischen Sie dazu das Wintergrünöl in einem Verhältnis von 1:4, also 1 ml Wintergrünöl auf 4 ml des Trägeröls. Sie sollten nach dem Aufbringen auf ihre Haut stets darauf achten, die eingeriebenen Hautstellen nicht dem Sonnenlicht auszusetzen, da das Öl phototoxisch wirken kann. Das bedeutet dass die Inhaltsstoffe im Öl in Verbindung mit Sonnenlicht zu giftigen Stoffen reagieren können.

Herstellung von Wintergrünöl

Wintergrünöl wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern der gleichnamigen Pflanze gewonnen. Man benötigt für die Gewinnung von 1l Öl bis zu 900 kg Pflanzenmaterial.

Inhaltsstoffe im Wintergrünöl

  • Salicylsäuremethylester
  • Eugenol
  • Linalool
  • Arbutin

Botanik

Wintergrün ist eine Pflanze aus der Familie der Wintergrüngewächse. Sie erreicht Wuchshöhen von bis zu 15 cm und hat ihr Ursprungsgebiet in den subarktischen Gebieten der nördlichen Hemisphäre. Der Name ‘Wintergrün’ kommt von der Eigenschaft der Pflanze, ihre Blätter im Winter weder abzuwerfen, noch zu welken. Sie sind also auch im Winter grün. Die Farbe der Blüten reicht von weiss bis leicht rosa. Wintergrün bildet tiefrote Beeren aus, die beim Zerdrücken einen intensiven süßlichen Duft verströmen. Als Wuchsort bevorzugt die Pflanze nährstoffarme, feuchte und vor allem basische Böden. Das örtliche Vorkommen von Wintergrün kann sehr beschränkt sein, es wächst jedoch in Kolonien und akzeptiert dort nur wenige andere Pflanzen.

Weitere verwandte Öle

Eukalyptusöl

Das Eukalyptusöl wird aus dem australischen Eukalyptusbaum gewonnen und ist hauptsächlich für seine erfrischende Wirkung bekannt. Das Öl hat einen leicht an Kampfer erinnernden, citrusähnlichen und typisch würzigen Geruch.

Weihrauchöl

Weihrauchöl, auch Olibanum genannt, findet heute breite Verwendung in der Kosmetik- und Parfümindustrie. Es hat einen typischen, leicht zitronenartigen Weihrauchduft, der an Koniferen erinnert.

Zirbenöl

Zirbenöl, auch Arvenöl genannt, wird aus der Zirbe gewonnen, einem Baum der in sehr großer Höhe gedeiht. Durch die extremen Witterungsbedingungen, denen der Baum ausgesetzt ist, sammelt er im Laufe der Jahre große Kräfte, die er auch an seine ätherischen Öle abgibt. Das Zirbenöl riecht kräftig würzig und an Wald erinnernd.

Jasminöl

Jasminöl wird aus dem echten Jasmin (Jasminum officinale) gewonnen und gilt als besonders exquisit und teuer. Sein Duft ist bereits seit vielen Jahrhunderten in diversen Kulturen rund um den Globus von großer Bedeutung und wird oft mit Liebe und Erotik assoziiert.

Wacholderöl

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