Zimtrindenöl

Zimtrindenöl
Das Zimtöl ist ein sehr wertvolles ätherisches Öl, das aus der Rinde von verschiedenen Zimtbäumen gewonnen werden kann. Man unterscheidet dabei zwei verschiedene Sorten: Zum einen das Zimtrindenöl, das aus der echten Zimtrinde gewonnen wird (Cinnamomum verum) und zum anderen das Zimtcassienöl, welches von der Zimtkassie (Cinnamomum cassia) stammt. Dazu gibt es noch das Zimtblätteröl, das - wie der Name schon vermuten lässt - aus den Blättern von Cinnamomum verum gewonnen wird. Es ist eine farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit, die einen feinen Geruch nach Zimt besitzt.
Bezeichnung: Zimtrinde
Botanischer Name: Cinnamomum zeylanicum, Cinnamomum ceylanicum
Synonyme: Essential cinnamon bark oil, Cassia, Cinnamon oil
Englischer Name: Cinnamon bark oil
Ursprungsländer: Sri Lanka
Preis pro 10ml: ab 7,50€

Psychologische Wirkung

Der leichte Duft des Zimtöls hat einen beruhigenden Effekt auf unser Gemüt. Wir verbinden den Geruch meistens mit Weihnachten. Dem Zimtöl wurde lange Zeit eine stark aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Es soll unser Lustempfinden und das Bedürfnis nach Zweisamkeit steigern. Ob dies direkt durch den Zimtduft oder die damit verbundene Assoziation mit Weihnachten hervorgerufen wird, konnte bis heute leider noch nicht wissenschaftlich belegt werden.

Zimt für das Gehirn

Eine Studie von Phillip Zoladz, Student an der Wheeling Jesuit University in West Virginia, untersuchte die Auswirkungen von Düften auf die Gehirnleistung beim Menschen. Er stellte zwei verschiedenen Gruppen diverse Aufgaben, wobei die eine Gruppe dazu angehalten war Zimtkaugummi zu kauen, während der anderen Gruppe dieses Vergnügen verwehrt blieb. Es stellte sich heraus, dass die Gruppe, die den Zimtkaugummi kauen durfte ein erhöhtes Gedächtnisvermögen, erhöhte Urteilskraft und gesteigerte Konzentrationsfähigkeit aufwies. Auch soll Zimt ganz konkret gegen Alzheimer helfen, indem es die Ablagerungen an den Hirnnerven, welche für Alzheimer verantwortlich sind, vermindert. Die Studie dazu wurde von der University of California im Jahre 2009 im ‘Journal of Alzheimer’s Disease’ veröffentlicht.

Körperliche Wirkung

Zimt hat wegen seiner Inhaltsstoffe sehr viele positive Effekte auf unseren Körper, es kann jedoch unter Umständen auch gesundheitsschädlich sein. Wie Paracelsus schon sagte:''Die Dosis macht das Gift.''

Zimtöl hat starke insektizide Eigenschaften, denn einige im Zimt enthaltene Substanzen können Insekten schon in sehr geringen Konzentrationen eliminieren. Auch seine antibakteriellen Eigenschaften sind seit alters her bekannt. Zimtöl kann somit gegen eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden eingesetzt werden.

Zimt für eine schönere Haut

Die positive Wirkung, die Zimt auf unser Hautbild hat, lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen enthält das Zimtöl sehr viele Antioxidantien, was die Haut vor schneller Alterung schützt. Besonders bei Rauchern, die durch den Zigarettenrauch viele freie Radikale in Ihren Körper aufnehmen, ist Zimt förderlich. Zimt wirkt auch stark durchblutungsfördernd, weshalb es in vielen kosmetischen Produkten verarbeitet wird. Durch die verstärkte Durchblutung der Haut, steigt die Fähigkeit der Haut zur Selbstregeneration und der Neubildung von Zellen. Die Haut ''verjüngt'' sich dadurch sozusagen selbst.

Zimt gegen Diabetes

Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Zimt besonders für Diabetiker geeignet ist. In Ihrer Dissertation an der Universität Hannover untersuchte Dr. Bärbel Mang die Auswirkungen der Zimtcassie auf den Glukosestoffwechsel von nicht insulinpflichtigen Diabetikern. Sie konnte belegen, dass die im Zimt enthaltenen Wirkstoffe den generellen Stoffwechsel im Körper ankurbeln. Dadurch ist die Bauchspeicheldrüse in der Lage, mehr Insulin zu produzieren und dadurch mehr Zucker im Blut abzubauen. Diabetikern, die sich in einer frühen Phase der Erkrankung befinden und deren Bauchspeicheldrüse noch funktionstüchtig ist, kann somit die Zufuhr von Insulin zumindest für eine gewisse Zeit erspart werden.

Diese Forschungsergebnisse konnte eine Publikation in der Fachzeitschrift Diabetes Care aus dem Jahre 2003 belegen. In dieser Studie wurden 6 Testgruppen von an Diabetes-2 erkrankten Patienten gebildet. 3 der 6 Gruppen bekamen eine tägliche Dosis Zimt, während die anderen 3 Gruppen Placebogruppen bildeten. Es konnte bereits nach 20 Tagen bei der täglichen Einnahme von Zimt ein signifikanter Rückgang des Glukosespiegels im Blut nachgewiesen werden. Erfreulicherweise sank auch der Cholesterinspiegel der Patienten, sowie der Spiegel der Triglyceride im Blut. Bei den Placebogruppen konnte hingegen keine Besserung festgestellt werden. Eine weitere Studie aus dem Jahre 2007 im ‘American Journal of Clinical Nutrition’ stellte die Vermutung auf, dass Diabetes den Blutzuckerspiegel auch dadurch senkt, dass er die Entleerung des Magens verzögert. Dadurch wird der Organismus nicht mit hohen Zuckermengen auf einmal überschwemmt und die Bauchspeicheldrüse nicht überlastet.

Zimtöl zum Abnehmen

Durch den erhöhten Stoffwechsel, den das Zimt im menschlichen Körper verursacht, ist dieser auch in der Lage, überschüssige Fettpolster schneller abzubauen. Wenn der Blutzuckerspiegel im Blut ausreichend hoch ist, greift der Körper die eigenen Fettpolster nicht an, da er genug Energie über den Blutzucker erhält. Sinkt nun durch das Zimt der Blutzuckerspiegel, erhält der Körper das Signal von Energiemangel. Dadurch beginnt er seine Reserven anzugreifen und Fett zu verbrennen. Zimt fördert auch die sogenannte Thermogenese, das ist die Wärmeproduktion des Körpers. Durch die erhöhte Wärme im Körper steigt auch der Stoffwechsel, was ebenfalls der Fettverbrennung dienlich ist.
 

Zimt gegen Krebs

In einer Studie indischer Wissenschaftler aus dem Jahre 2010 unter der Leitung von Soumya J Koppikar konnte festgestellt werden, dass Cassiazimt den Zelltod von Gebärmutterhalskrebs herbeiführen kann. Deutsche Forscher der Universität Regensburg fanden zudem heraus, dass durch den hohen Gehalt an Cumarin im Zimt, die Häufung von Lungenmetastasen signifikant gesenkt werden kann und diverse Prostatakrebsarten gehemmt werden.

Zimt bei verzögerter Menstruation

Zimt soll auch ausgleichend wirken, falls der Menstruationszyklus durcheinander gerät. Sollte die Menstruation weniger als 3 Wochen lang ausbleiben, so kann Zimt aufgrund seiner gerinnungshemmenden Eigenschaften die Monatsblutung vorziehen. Außerdem kann Zimt direkt gegen Menstruationsschmerzen helfen.

Zimt bei Erkältung

Da Zimt sehr stark antibakteriell und durchblutungsfördernd wirkt, kann es exzellent gegen Erkältungen und grippale Infekte eingesetzt werden.

Zimt und unser Verdauungssystem

Zimt regt unseren Magen dazu an, mehr Magensaft zu produzieren. Dadurch können Verstimmungen des Magens bekämpft werden. Aus dem selben Grund hilft Zimt auch gegen Appetitlosigkeit und ist wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung, für Probleme wie Gastritis hervorragend geeignet.

Nebenwirkungen

Zimtöl sollte stets mit Bedacht eingesetzt werden, da eine Überdosierung zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Der hohe Gehalt an Zimtaldehyd kann auf der Haut schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Selbst eine mittlere Dosis von Zimtöl kann zu einem Erregungszustand führen, der sich in der Erhöhung der Darmtätigkeit und der Herzfrequenz äußert. Dieser Zustand wird gefolgt von Schläfrigkeit und depressiven Zuständen. Auf keinen Fall darf Zimt in der Schwangerschaft eingesetzt werden, da eine zu hohe Dosis zu Fehlgeburten führen kann. Auch wenn sie mit Darmgeschwüren zu kämpfen haben, sollten sie auf Zimtöl verzichten. Zimt besitzt allgemein ein hohes allergisches Potential. So berichteten Arbeiter aus der Zimtindustrie von schweren allergischen Reaktionen der Atemwege, die bis zum Atemstillstand führen können.

Anwendungen

Zimt und Zimtöl kann auf die unterschiedlichsten Arten verwendet werden, sie sollten dabei jedoch stets auf die Dosierung achten. Besonders bei Zimtöl besteht die Gefahr der Überdosierung, da es eine sehr hohe Wirkstoffkonzentration besitzt. Wenn sie Zimtöl auf ihre Haut auftragen, dann niemals pur, sondern in stark verdünnter Form. Testen sie zunächst kleinflächig, ob sie Zimt gut vertragen. Sollten sie Zimtöl zum Beispiel als Badezusatz verwenden, achten sie darauf, nicht zuviel davon ins Badewasser zu geben. Tasten sie sich langsam vor und erkunden sie, wie viel sie vertragen.

Zimt eignet sich auch hervorragend als Mundwasser, da es angenehm riecht und überschüssige Keime im Mundraum abtötet. Dafür reichen 1-2 Tropfen in warmem Wasser gelöst. Sollten sie das Zimtöl als Duftöl verwenden wollen, können sie es wie andere ätherische Öle auch ganz normal in einer Duftlampe oder einem Diffuser erhitzen. Wenn sie dabei jedoch ein Brennen in der Lunge oder Atemnot verspüren, brechen sie den Vorgang ab und lüften Sie den Raum gut durch. Für die innere Anwendung ist Zimtöl eher weniger geeignet, da es eine sehr hohe Konzentration an Cumarin und Zimtaldehyd besitzt, was unter Umständen zu gesundheitsschädlichen Folgen führen kann.Da beide Stoffe dafür bekannt sind starke allergische Reaktionen auszulösen

Zimtsorten

Zimtöl wird aus verschiedenen Zimtarten und Pflanzenteilen gewonnen. Aktuell gibt es 3 verschiedene Öle auf dem Markt.

Cinnamomum verum

Das echte Zimtöl ist leicht dickflüssig, riecht fein nach Zimt, hat einen süßlichen bis stechend scharfen Geschmack und verändert mit zunehmendem Alter seine Farbe. Es wird vorwiegend auf der Insel Sri Lanka hergestellt. Sein Hauptbestandteil ist das Zimtaldehyd.

Cinnamomum cassia

Das aus China stammende Zimtcassienöl ist dünnflüssiger als das echte Zimtöl, riecht weniger fein nach Zimt und schmeckt auch weniger brennend. Es hat eine rötliche Farbe welche von dem Hauptbestandteil Zimtsäure gegeben wird.

Zimtblätteröl

Das Zimtblätteröl hat einen extrem aromatischen Duft nach Zimt, schmeckt stechend-brennend und hat einen sehr sauren ph-Wert.

Chemische Zusammensetzung von Zimtöl

Zimtöl enthält auch die für andere ätherischen Öle typischen Stoffe wie Phenole, Di- Tri- und Sesquiterpene und einige Ketone. Für das Zimt typische İnhaltsstoffe sind:

Zimtaldehyd ist die geschmacksgebende Komponente im Zimtöl. Es findet Anwendung als Geruchs- oder Geschmacksstoff. Zimtaldehyd hat auch ein sehr hohes allergisches Potential. Es ist der Grund, warum viele Menschen allergisch auf Zimt reagieren.

Zimtsäure riecht ebenfalls nach Zimt, ist aber weniger allergen, als das Zimtaldehyd. Der menschliche Körper ist selbst in der Lage, Zimtsäure herzustellen, da er diese für den Nährstoffaustausch innerhalb der Zellen benötigt. Die Zimtsäure übernimmt dabei eine Vermittlerfunktion im sog. Zimtsäureweg. Dieser ist für die Sauerstoffaufnahme der Zelle verantwortlich.

Eugenol ist dafür verantwortlich, dass Zimtöl eine extrem hohe antibakterielle (gegen Bakterien) und antifungale (gegen Pilze) Wirkung besitzt.
 

Gewinnung von Zimtöl

Zimtöl wird mittels Wasserdampfdestillation aus der frischen Rinde junger Zweige gewonnen. Man erhält dabei beim Cinnamomum verum aus 200 kg Rinde ca. 1l  reines Zimtöl. Beim Cassiazimtöl beträgt die Ausbeute ca. 0,7%, also etwas mehr.

Geschichte

Zimt wurde angeblich bereits um 3000 v. Chr. in China als Gewürz verwendet. Es ist somit eines der ältesten Gewürze der Welt. Vasco da Gama brachte es schließlich nach Europa. Dort galt es für Jahrhunderte als das Luxusgut schlechthin. Es wurde teilweise teurer gehandelt, als Gold und war neben dem Pfeffer das teuerste gehandelte Gewürz. Der Besitz von Zimt galt aufgrund seiner Seltenheit als Statussymbol. Anton Fugger etwa, Mitglied der berühmten Handelsfamilie, verbrannte die Schuldscheine von Karl V. in einem Feuer aus Zimtstangen, um seinen Reichtum zur Schau zu stellen.

Botanik

Der echte Zimtbaum ist ein eher kleiner Baum mit einer maximalen Wuchshöhe von 10 m. Seine Borke ist zweigeteilt und besteht aus einer schützenden äußeren Schicht und einer stark aromatisch duftenden inneren Schicht. Die Knospen des Zimtbaumes sind flauschig behaart. Die jungen Blätter sind rot und verfärben sich dann mit dem Alter in Richtung grün. Die Früchte sind dunkelblau bis schwarz.

Weitere verwandte Öle

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Niaouliöl

Niaouliöl wird aus der Myrtenheide (Melaleuca quinquenervia) gewonnen. İhr ursprüngliches Verbreitunsgebiet erstreckt sich von Neuseeland bis nach Neukaledonien. Das Öl wirkt entzündungshemmend und ist allgemein sehr gut für die menschliche Haut; z. B. wird es in diversen Kosmetikprodukten, welche gegen Falten helfen sollen, eingesetzt.

Teebaumöl

Das Teebaumöl stammt vom australischen Teebaum (Melaleuca antifolia), einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, der ausschließlich in Australien vorkommt. Teebaumöl wird wegen seiner biologisch aktiven Inhaltsstoffe in vielen medizinischen und kosmetischen Produkten verwendet. Der Duft des Teebaumöls ist sehr würzig.
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