Orangenöl

Orangenöl
Orangenöl wird aus der gemeinen Orange (Citrus × sinensis) gewonnen, einem immergrünen Baum, dessen Verbreitungsgebiet sich mittlerweile über die ganze Welt erstreckt. Man unterscheidet 2 Arten von Orangenöl: Das bittere Orangenöl aus Citrus sinensis und das süße Orangenöl aus Citrus aurantium. 
Sein Duft ist typisch für Zitrusfrüchte und stark vom Hauptbestandteil Limonen geprägt.
Bezeichnung: Orangen
Botanischer Name: Citrus X sinensis
Synonyme: Orangenschalenöl, süßes Orangenöl, Apfelsinenöl, Pomeranzenschalenöl
Englischer Name: Orange oil
Ursprungsländer: überall wo Orange wächst
Preis pro 10ml: zwischen € 2,99 - € 7,99

Psychische Wirkung

Orangenöl ist sehr gut in der Lage, depressive Stimmung zu vertreiben, nicht umsonst ist es in vielen weihnachtlich duftenden Ölmischungen enthalten. Es hilft dabei gegen die sogenannte Winterdepression, welche durch den Sonnenmangel im Winter entsteht. Wir benötigen Sonnenschein, damit unser Körper genug Vitamin D produzieren kann. Ein Mangel an Vitamin D führt zu depressiver Stimmung. 
 
Der Duft von Orangenöl ist in der Lage, die Enkephalinproduktion (???) in unserem Körper zu regulieren. Enkephalin hat bedeutenden Einfluss auf unser Schmerzempfinden und unsere Stimmung. Orangenöl ist auch dazu in der Lage unser Schlafverhalten positiv zu beeinflussen. In ihrer Dissertation  an der Universität München konnte Dr. Julia Eidt belegen, dass uns Orangenöl besser einschlafen lässt. Sie verglich in ihrer Arbeit das Schlafverhalten von Patienten, die dem Duft des Orangenöls ausgesetzt waren und jenen, die nur durch den Placeboeffect stimuliert wurden. Frau Dr. Eidt konnte dabei einen klaren Zusammenhang zwischen den Wirkstoffen im Öl und dem positiveren Schlafverhalten der behandelten Patienten nachweisen. Schlafstörungen können somit durch Orangenöl beseitigt oder vermindert werden.
 
Orangenöl vermag es auch, Gereiztheit und Angstzustände zu mindern. Es kann unser seelisches Gleichgewicht wiederherstellen und hilft dabei gegen innere Unruhe, gereizte Stimmung und Nervosität. 

KÖRPERLICHE WIRKUNG 

Orangenöl hat aufgrund seiner reichhaltigen Inhaltsstoffe auch zahlreiche positive Auswirkungen auf unseren Körper und wird dadurch gegen viele gesundheitliche Probleme angewendet.

Akne und Abszesse 
Orangenöl wirkt leicht desinfizierend und entzündungshemmend. Bei entzündlichen Hautproblemen wie Akne oder Abszessen kann Orangenöl deshalb unterstützende Wirkung bei der Heilung bzw. der Regeneration der Haut haben. 

Gegen Cellulite

Orangenöl wirkt durchblutungsfördernd. Cellulite entsteht durch erschlafftes Bindegewebe und mangelnde Einlagerung von Collagen. Bei Cellulite kann Orangenöl bei Massagen verwendet werden, um das erschlaffte Bindegewebe zu stärken und den Körper zur verstärkten Collageneinlagerung zu bewegen.

Gegen Faltenbildung

Ähnlich der Cellulite wird Faltenbildung durch mangelndes Collagen unter der Haut verursacht. Hier wirkt wieder die durchblutungsfördernde Wirkung des Orangenöls. Durch die verstärkte Durchblutung kann der Körper mehr Collagen unter die Haut bringen und Schadstoffe besser abtransportieren. Dadurch verjüngt sich unsere Haut.

Bei Verstimmungen des Verdauungstraktes 

Orangenöl wirkt auch entspannend und krampflösend. Durch diese Wirkung des Orangenöls ist es sehr gut gegen Krämpfe im Magen- Darmbereich einsetzbar. Seine antibakterielle Wirkung hilft gegen eine Verstimmung des Magens bzw. des Darms, welche durch eine falsche Fauna im Verdauungstrakt verursacht wird.

Bei Muskelkater

Muskelkater wird dadurch verursacht, dass der Körper Milchsäure zwischen den Muskelfasern einlagert. Wird der Muskel benutz, reiben die Fasern aneinander und verursachen Schmerzen. Durch die verstärkte Durchblutung, welche das Orangenöl verursacht, kann der Körper die Milchsäure besser abtransportieren, wodurch der Muskelkater schneller abklingt.

ANWENDUNGEN 

Orangenöl kann verwendet werden, um den Blutdruck zu senken. Es verhindert dabei unnötige Herzkontraktionen, was ein Ansteigen des Blutdrucks bei Unruhe und Nervosität verhindert. Für diese Art der Verwendung sollten 2-3 Tropfen Orangenöl mit etwas Honig oral eingenommen werden. Sollten sie das Orangenöl für Massagen oder andere äußerliche Anwendungen benutzen, so ist davon abzuraten, es in purer Form aufzutragen. Orangenöl hat auf unsere Haut einen extrem reizenden Effekt. Mischen sie deshalb einige Tropfen Orangenöl mit einem Trägeröl zum Beispiel Sesam- oder Olivenöl. Orangenöl ist auch sehr gut im Haushalt einsetzbar. Einige Tropfen Orangenöl im Reinigungswasser können chemische Reinigungsmittel ersetzen. Der Duft des Orangenöls ersetzt dabei den Duft des chemischen Limonens, welches Reinigungsmitteln meistens zugesetzt wird.

Chemische Zusammensetzung

Limonen: Mit über 90% ist das Limonen der Hauptbestandteil des Orangenöls und für seinen Duft verantwortlich. Limonen wird heute vor allem als billiger Duftstoff verwendet. In der Chemie dient es als organisches Lösemittel, vor allem in der Lackindustrie. Limonen als Reinstoff ist hochentzündlich und unter Umständen sogar explosiv. Es wird heute auch für die Synthese von Dronabinol (künstliches THC) verwendet. 
 
Decanal wird unter anderem als Aromastoff in der Lebensmittelindustrie und als Duftstoff in der Parfumindustrie eingesetzt. Bekannt ist der Einsatz im Parfum Chanel Nr. 5, da es diesem den spezifischen Geruch gibt. 
 
Terpineol wird in künstlichen Ölen verwendet, etwa Geranien- und Pfefferölen. Es ist dabei für einen intensiven Fliedergeruch verantwortlich.  
 
Linalool wirkt reizend auf Haut und Augen, es ruft Rötungen und Schmerzen hervor. Linalool ist ein Zwischenprodukt bei der Synthese von Vitamin E. 
 
Nerylacetat Riecht süßlich, blumig nach Orange mit einer Note von Rose. Es ist ein oft verwendeter Inhaltsstoff in Parfums und Cremes.
 
Daneben findet man im Orangenöl auch noch Geraniol, Citral, Vitamin C, und Citronellal.

Herstellung

Die zwei unterschiedlichen Orangenölarten haben den gleichen Herstellungsprozess. Orangenöl wird durch Kaltpressung gewonnen und anschließend mittels Destillation gereinigt. Die destillative Reinigung ist ein Merkmal für qualitativ hochwertiges Orangenöl, da bei der Kaltpressung auch sehr viele Fremdstoffe, wie Wasser oder Schalenstücke mit ausgepresst werden. Orangenöl ist nur im Mesocarb (das weiße Innere der Schale) der Frucht zu finden.
 
Deshalb werden für die Produktion von Orangenöl die Schalen der Früchte, welche für die Orangensaftherstellung benutzt werden, verwendet. Orangenöl ist das Duftöl mit der höchsten Jahresproduktion überhaupt. 2002 betrug die Weltjahresproduktion von süßem Orangenöl ca. 20.000 Tonnen, die von bitterem Orangenöl hingegen nur 10 Tonnen. Um 1 Liter Orangenöl zu gewinnen, benötigt man ca. 200-300 kg Orangenschalen bzw. ca. 3000 Früchte. Es gilt als eines der preiswertesten ätherischen Öle überhaupt.
 
Orangenöl selbst herstellen
Es gibt 2 verschiedene Arten um Orangenöl selbst herzustellen: 
Man entfernt das Mesocarb (das weiße Innere der Schale) so gut es geht bis nur noch das Endocarb (das orangene Äußere der Schale) übrig ist. Anschließend wird das Endocarb getrocknet. Nach dem Trocknen gibt man die Schalen in ein Einmachglas und übergießt sie mit purem Alkohol, notfalls kann auch Vodka verwendet werden. Das Einmachglas wird jetzt eine Woche lang fest verschlossen an einen warmen Ort gestellt. Nachdem der Alkohol alle ätherischen Öle aus den Schalen entzogen hat, wird die Flüssigkeit von den Schalenresten abgetrennt. Jetzt können sie den Alkohol in eine Schüssel füllen und warten bis er verdampft ist. Dieser Schritt geht schneller wenn sie die Schüssel an einen warmen Ort, wie zum Beispiel auf einen Heizkörper stellen. Der Rückstand ist das Orangenöl.
 
Um den Geschmack des Orangenöls für Speisen zu verwenden, kann diese Methode auch mit Speiseöl durchgeführt werden. Allerdings sollten sie dann das Einmachglas nicht nur eine, sondern mindestens 3 Wochen im Warmen stehen lassen. Dabei entfällt der letzte Arbeitsschritt, da Olivenöl nicht verdampfen kann.

Lagerung

Achten sie darauf das Orangenöl stets dunkel, kühl und trocken zu lagern. Lagern sie das Öl stets außerhalb der Reichweite von Kleinkindern. Sollte sich das Öl bei zu kalter Lagerung verfestigen, so ist dies kein Hinweis auf einen Qualitätsverlust, ganz im Gegenteil. Qualitativ hochwertige und reine Öle neigen dazu, sich bei Kälte zu verfestigen. Sollte dieser Fall eintreten, so reicht es aus, das Öl leicht zu erwärmen um es anschließend normal weiter verwenden zu können.

GESCHICHTE 

Die Orange wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts von europäischen Seefahrern aus China nach Europa gebracht. Es gab auch vorher diverse Orangensorten in Europa, zum Beispiel die sogenannte Bitterorange, allerdings waren diese nicht wirklich zum Verzehr geeignet. Bitterorangen wurden erstmals im 11. Jahrhundert namentlich erwähnt. So berichtet Vasco da Gama, der erste Entdecker der die Welt umrundet hat, im Jahre 1498, dass er in Mombasa sehr gute Orangen gegessen habe, die viel besser schmeckten, als die in Portugal zu dieser Zeit bekannten.

Botanik

Orangenbäume erreichen eine kleine bis mittelgroße Wuchshöhe von bis zu 10 m.  Die rundliche Baumkrone ist dicht und regelmäßig verzweigt, wobei die jungen Triebe mit Dornen besetzt sind, die eine Länge von 8 cm erreichen können. Dies dient als Schutz vor Fressfeinden. Wie viele andere Zitruspflanzen entwickelt auch der Orangenbaum Früchte ohne Fremdbestäubung. Das heißt, dass er keine Insekten für die Bestäubung benötigt. Die Schale der Orangen sind zweigeteilt - das Mesocarb (das weissliche Innere der Schale) und das farbgebende Endocarb (das orangefarbene Äußere der Schale). Die miteinander verwachsenen Öldrüsen sitzen dabei auf dem Endocarb. Sie sind für den intensiven Zitrusduft verantwortlich, der von der Frucht verströmt wird. Orangen werden heute weltweit in gemäßigtem Klima produziert. Die mit Abstand bedeutendsten orangen-produzierenden Nationen sind Brasilien und Italien. Erntezeit im Mittelmeerraum ist Januar bis Februar.


Weitere verwandte Öle

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Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis, Volksname: Kranebittn, Feuerbaum) ist einer von 2 in Europa beheimateten Wacholderarten. Aus seinen Beeren und seinen Blättern können ätherische Öle gewonnen werden, welche stark terpenartig nach Koniferen riechen. Der Geschmack des Wacholderöls ist aromatisch-bitter. 

Blaues Rainfarnöl

Der blaue Rainfarn (Tanacetum Annuum) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler deren Verbreitungsgebiet sich über das südliche Europa bis nach Nordafrika erstreckt. Nicht zu verwechseln ist der blaue Rainfarn mit dem toxischen gemeinen Rainfarn (Chrysanthemum vulgare).

Zitronengrasöl

Das Öl des Zitronengrases wird mittels Vakuumdestillation gewonnen. Dafür wird das Zitronengras ausgekocht und der erhaltene Sud unter Vakuum destilliert. Es findet Verwendung im medizinischen und aromatherapeutischen Bereich und ist aufgrund seines intensiven Zitrusduftes und diverser biologisch aktiver Inhaltsstoffe sehr beliebt.
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