Melissenöl

Melissenöl
Die Melisse, oder auch Zitronenmelisse genannt, ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippenblütler welche ursprünglich im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet war. Die Melisse stellt heute ein sehr beliebtes Kraut in der Heilkunde sowie in der Küche dar. Ihr Öl hat vielfältige positive Auswirkungen auf unsere Psyche und unseren Körper. Der Duft des Melissenöls wird als Mischung zwischen Pfefferminze und Zitrone beschrieben.
Bezeichnung: Melisse
Botanischer Name: Melissa officinalis
Synonyme: Herzkraut, Frauenkraut, Gartenmelisse, Wanzenkraut, Citronella
Englischer Name: Balm, Sweet Balm, Common Balm, Melissa
Ursprungsländer: Südosteuropa und östlicher Mittelmeerraum
Preis pro 10ml: ab 3,04€

Psychologische Wirkung

Der Geruch von Melissenöl wirkt auf uns sehr beruhigend. Er ist in der Lage die Serotoninproduktion in unserem Gehirn zu steigern. Serotonin ist ein sogenannter Neurotransmitter. Das sind Stoffe, die unser Gemüt ähnlich wie Hormone beeinflussen. Ein Mangel an Serotonin führt zu innerer Unruhe und Nervosität. Melissenöl gilt als das Öl mit der stärksten beruhigenden Wirkung. Es hilft deshalb sehr gut Schlafstörungen entgegenzuwirken, harmonisiert unseren Geist und wirkt exzellent bei Stimmungsschwankungen. Auch Angst- und leichte Panikzustände lassen sich mit Hilfe von Melissenöl gut in den Griff bekommen.

Melissenöl ist außerdem dazu in der Lage, unsere Histaminproduktion zu regulieren. Histamin ist allgemein als Allergen bekannt, welches sich auch im Rotwein befindet. In unserem Körper ist Histamin für Entzündungen und Stress verantwortlich.

Melissenöl soll auch förderlich auf unser Gedächtnis wirken. Bei demenzkranken Patienten konnte nachgewiesen werden, dass Melissenöl die Produktion von Acetylcholin im Gehirn steigert und dadurch die Symptome der Demenz mindert. Aber auch gesunde Menschen berichten von der gedächtnissteigernden Wirkung des Melissenöls. So behauptet der Gedächtnisakrobat Dominic O’Brien niemals ohne Melissenöl zu einem Wettkampf anzutreten. Das Melissenöl helfe ihm dabei, sich zu konzentrieren und schärfe sein Gedächtnis.

Körperliche Wirkung

Aufgrund seiner vielen Inhaltsstoffe ist das Melissenöl gegen eine grosse Anzahl gesundheitlicher Probleme anwendbar. Es besitzt seit Jahrhunderten schon einen  festen Platz in der Naturheilkunde und wird auch für die Schulmedizin zunehmend interessant. Die Erforschung der verschiedenen Inhaltsstoffe des Melissenöls dauert bis heute an und ist noch längst nicht abgeschlossen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge stellt das Melissenöl jedoch einen einzigartigen Cocktail  biologisch wertvoller Wirkstoffe dar. Bisher bekannt ist, dass Melissenöl bei folgenden Problemen sehr gut wirkt:

Melissenöl gegen Herpes

Melissenöl besitzt starke antivirale Wirkung. Dafür verantwortlich sind die vielen Gerbstoffe, die in ihm enthalten sind. Diese antivirale Wirkung kann man sich zur Behandlung lokaler Herpesherde zu Nutze machen. Herpes ist ein Virus, der sich dauerhaft in unserem Körper einnistet und nicht wieder entfernt werden kann. Auch das Melissenöl ist nicht dazu in der Lage, Herpes dauerhaft zu heilen. Wird Melissenöl aber auf sich entwickelnde Herpesherde aufgetragen, wirkt es so stark antiviral, dass sich die Herpesbläschen erst gar nicht entwickeln können.
 

Melissenöl bei Magen- Darmbeschwerden

Die beruhigende Wirkung des Melissenöls ist nicht nur auf unseren Geist beschränkt. Auch bei nervösen Magen-Darmbeschwerden ist Melissenöl eine gute und vor allem natürliche Behandlungsmethode. Es wirkt dabei beruhigend auf die Muskulatur, die unseren Magen und unseren Darm umgibt.

Melissenöl gegen Gastritis

Sollten Sie dauerhaft an stechenden Magenschmerzen leiden, so kann dies ein Anzeichen für eine Gastritis, also eine Entzündung der Magenschleimhaut sein. Wie viele andere ätherische Öle auch hat das Melissenöl starke entzündungshemmende Wirkung. Nur im Gegensatz zu vielen anderen ätherischen Ölen kann das Melissenöl auch problemlos oral eingenommen werden. Das Melissenöl hemmt bei einer Gastritis die Produktion der entzündungsauslösenden Stoffe in unserem Körper und hilft ihm dadurch die entzündete Magenschleimhaut zu heilen.
 

Melissenöl für ein verbessertes Hautbild  

Melissenöl ist bekannt dafür, dass es gut hautverträglich ist. Es wirkt lokal stark durchblutungsfördernd. Diese Eigenschaften haben dazu geführt, dass es in vielen handelsüblichen Hautpflegeprodukten verarbeitet ist. Durch die verstärkte Durchblutung der Haut kann sich diese besser regenerieren, wird besser mit Nährstoffen versorgt und ist dadurch in der Lage, sich selbst zu verjüngen.

Melissenöl bei Verdauungsproblemen

Melissenöl wirkt auf zweierlei Arten positiv auf unsere Verdauung: Es regt zum einen unseren Magen dazu an, mehr Magensaft zu produzieren. Dadurch kann schwer verdauliche Nahrung im Magen besser zersetzt werden. Zum anderen regt Melissenöl auch den Speichelfluss in unserem Mund an. Es wird sehr oft vergessen, dass die Verdauung unserer Nahrung bereits im Mund beginnt. Die Enzyme im Speichel bereiten die Nahrung auf unseren Magen vor. Durch vermehrten Speichelfluss wird der Magen wiederum entlastet.
 

Melissenöl bei Menstruationsbeschwerden

Melissenöl wirkt gut krampflösend. Dies kann dazu benutzt werden, um die Bauchkrämpfe, welche Frauen während ihrer monatlichen Blutung empfinden, zu lindern. Melissenöl wirkt auch regeltreibend. Sollte Ihre Periode kürzer als 3 Wochen ausbleiben, so kann das Melissenöl dem Abhilfe schaffen.

Nebenwirkungen von Melissenöl

Melissenöl gilt allgemein als sehr nebenwirkungsarm. Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollten allerdings vorsichtig sein. So kann das Melissenöl zum Beispiel die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen. Menschen welche an einer Schilddrüseninsuffizienz leiden, sollten daher von einer Anwendung des Melissenöls absehen. Nicht zu befürchten sind Kontraindikationen mit Medikamenten.

Anwendung von Melissenöl

Melissenöl kann auf die verschiedensten Arten verwendet werden. Sollten sie das Öl als Duftöl verwenden wollen, so können sie es einfach in einer Duftlampe oder einem Diffuser erhitzen und den Duft genießen. Melissenöl eignet sich auch sehr gut zum Kochen oder zum Backen. Wenn sie ihren Speisen einen frischen und citrusähnlichen Beigeschmack geben wollen, so geben sie je nach Belieben einige Tropfen Melissenöl hinzu. Man kann mit der Melisse auch sehr gut Alkoholauszüge herstellen. Melisse ist Bestandteil vieler Schnäpse und Liköre. Besonders bekannt ist ‘Klosterfrau Melissengeist’. Allerdings ist der Geschmack des Melissenöls sehr intensiv. Übertreiben Sie es daher nicht. Um Melissenöl als Badezusatz zu verwenden, geben sie dafür einfach 10-20 Tropfen des Öls zu ihrem Badewasser hinzu. Ihre Atemwege und ihre Haut werden es Ihnen danken.

Sollten Sie Melissenöl für die äußere Anwendung benutzen wollen, so können sie es auch pur verwenden. Wegen seines intensiven Duftes ist es allerdings ratsamer, einige Tropfen einer handelsüblichen Hautcreme beizumengen. Für die innere Anwendung können Sie Melissenöl auch zu diversen Getränken beimischen, wodurch diese eine gewisse Frische erhalten.

Bekannt ist auch ein Tee aus Melissenblättern. Achten sie beim Kauf von Melissenöl stets darauf dass sie auch wirklich Melissenöl erhalten. Im Handel wird auch das Öl von Citronella (Cymbopogon winterianus) als Melissenöl verkauft. Manchmal werden auch beide Öle miteinander verschnitten. Dies führt zu einer Herabsetzung der therapeutischen Wirkung. Sollten Sie ein verschnittenes Produkt kaufen, achten sie stets darauf, dass der Prozentanteil der Öle auf der Flasche beschrieben wird.

Chemische Zusammensetzung von Melissenöl:


  • Hydroxyzimtsäure 4-7 %
  • Citral 40-70 %
  • Citronellal 1-20 %
  • β-Caryophyllen 5-15 %

Weitere Bestandteile bilden Linalool,  Caryophyllenepoxid , Germacren D, Geranylacetat, α-Copän und Geraniol. Die genaue chemische Zusammensetzung der Melisse ist von den Wachstumsbedingungen und dem Alter der Pflanze abhängig. Auch der Erntezeitpunkt spielt eine sehr wichtige Rolle.

Herstellung von Melissenöl

Melissenöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen. Da die Melisse eine sehr ölarme Pflanze ist, benötigt man für 1l reines Melissenöl ca. 4-8 t Melissenblätter. Diese geringe Ausbeute und die hohen Produktionskosten machen das Melissenöl zu einem sehr wertvollen Gut.

Melissenöl selber herstellen

Melissenöl kann problemlos zuhause selber hergestellt werden. Sie benötigen dafür lediglich genug Melissenblätter, etwas Olivenöl und ein Einmachglas. Geben Sie die Melissenblätter zusammen mit dem Olivenöl in das Einmachglas und stellen sie dieses für ca. 4 Wochen an einen warmen und dunklen Ort. Das Glas sollte alle 2 Tage einmal umgedreht werden, um eine gleichmässige Durchmischung zu gewährleisten. Nach 4 Wochen hat das Olivenöl alle Inhaltsstoffe der Melisse aufgenommen und kann von den Blättern abgetrennt werden. Lagern sie ihr Melissenöl an einem dunklen und kühlen Ort.

Geschichte  

Der Name ‘Melissa’ taucht erstmals bei Dioskurides im alten Griechenland auf und bedeutet übersetzt soviel wie ‘Bienenweide’. Die Zitronenmelisse hat in der Volksmedizin schon seit Jahrhunderten ihren Platz. Bereits Hildegard von Bingen schrieb der Zitronenmelisse in der Mitte des 12 Jahrhunderts die Heilwirkung von 15 verschiedenen Kräutern zu. Auch Paracelsus erwähnte die Melisse in seinen Werken Mitte des 14 Jahrhunderts. Im Mittelalter galt die Zitronenmelisse als so wichtig, dass es Klöstern mancherorts per Gesetz vorgeschrieben war, sie in ihren Kräutergärten zu kultivieren.

Botanik

Die Melisse ist eine krautige und sehr ausdauernde Pflanze die eine Wuchshöhe von 60-90 cm erreichen kann. Außerdem erreicht sie ein für Kräuter außergewöhnliches Alter von 22-35 Jahren. Die Stängel und Blätter der Melisse sind mit feinen Härchen überzogen, können aber auch relativ kahl sein. Die Blätter sind eiförmig und an der Spitze leicht abgerundet. Die Blattränder  sind sägezahnartig eingekerbt.

Die Melisse besitzt winzige Samen. Man braucht ungefähr 1000 Samen um auf ein Gewicht 0,1 g zu kommen. Trotz ihrer geringen Größe bleiben die Samen der Melisse bis zu 3 Jahren keimfähig.
 

Anbau

Das Ursprungsgebiet der Melisse erstreckt sich von der heutigen Türkei über den mittleren Osten bis nach Pakistan. Durch menschliche Kultivierung kommt sie heute jedoch in allen gemäßigten Klimazonen rund um des Globus vor. Die Melisse braucht warme Standorte, damit sie gut gedeihen kann. Sie bevorzugt trockene und nährstoffreiche Böden mit einer dicken Humusschicht. Bei uns ist die Melisse vor allem an Waldschlägen und Forststrassen zu finden. Angebaut wird die Zitronenmelisse in 2- bis 3-jährigen Kulturen, obwohl sie ein wesentlich höheres Alter erreichen könnte. Dies liegt daran, dass die Stängel der Melisse mit zunehmendem Alter verholzen. Wird die Melisse über Samen vermehrt, so folgt die Aussaat meistens Mitte Mai, da für die Keimung eine Bodentemperatur oberhalb von 20 Grad notwendig ist. Wird Sie jedoch über Jungpflanzen vermehrt, erfolgt die Pflanzung bereits ab Ende März. Die Melisse kann jedes Jahr bis zu 3 mal kurz vor der Blüte geerntet werden. Der Ertrag pro Hektar beträgt beim Anbau der Melisse bis zu 30 Tonnen.

Weitere verwandte Öle

Johanniskrautöl

Das echte Johanniskraut ist eine Pflanze aus der Gattung der Johanniskräuter. Das Johanniskraut ist bei uns besonders in großen Höhenlagen häufig anzutreffen. Sein Öl hat vielfältige medizinische Anwendungen.

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Orangenöl

Orangenöl wird aus der gemeinen Orange (Citrus × sinensis) gewonnen, einem immergrünen Baum, dessen Verbreitungsgebiet sich mittlerweile über die ganze Welt erstreckt. Man unterscheidet 2 Arten von Orangenöl, das bittere Orangenöl aus Citrus sinensis und das süße Orangenöl aus Citrus aurantium.

Niaouliöl

Niaouliöl wird aus der Myrtenheide (Melaleuca quinquenervia) gewonnen. İhr ursprüngliches Verbreitunsgebiet erstreckt sich von Neuseeland bis nach Neukaledonien. Das Öl wirkt entzündungshemmend und ist allgemein sehr gut für die menschliche Haut; z. B. wird es in diversen Kosmetikprodukten, welche gegen Falten helfen sollen, eingesetzt.

Pfefferminzöl

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine Pflanze aus der Gattung der Minzen, deren Verbreitungsgebiet sich, aufgrund seiner Beliebtheit als Heilpflanze, über die gesamte Nordhalbkugel erstreckt. Eingesetzt bei: Darmproblemen, Mundgeruch, Übelkeit, Appetitanreger, Spannungskopfschmerzen, Insektenstichen, u.v.m.

Pfefferminzöl

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine Pflanze aus der Gattung der Minzen, deren Verbreitungsgebiet sich, aufgrund seiner Beliebtheit als Heilpflanze, über die gesamte Nordhalbkugel erstreckt. Eingesetzt bei: Darmproblemen, Mundgeruch, Übelkeit, Appetitanreger, Spannungskopfschmerzen, Insektenstichen, u.v.m.
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