Rosmarinöl

Rosmarinöl
Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblüter, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet sich rund um das Mittelmeer erstreckt. Der Name ‚Rosmarin‘ leitet sich aus dem lateinischen 'ros marinus' ab und bedeutet soviel wie ''Tau des Meeres''. Rosmarin ist heute eine weit verbreitete Heilpflanze und ein beliebtes Gewürz in der Küche. Seine heilende Wirkung ist bereits seit der Antike bekannt und sein Öl findet heute breite Anwendung in kosmetischen und medizinischen Produkten.

Bezeichnung: Rosmarin
Botanischer Name: Rosmarinus Officinalis
Synonyme:
Rosmarie, Antonkraut, Brautkleid, Brautkraut, Kranzenkraut, Weihrauchkraut, Hochzeitsbleaml, Kid, Meertau, Meerthau
 
Englischer Name: Rosmary
Ursprungsländer: China
Preis pro 10ml:
ab € 2,99

PSYCHISCHE WIRKUNG

Rosmarinöl soll sensationell auf unsere Gedächtnisleistung wirken. Bei einer Studie der britischen Universität Northumbria konnte belegt werden, dass die Gedächtnisleistung von Probanden, die dem Duft des Rosmarinöls ausgesetzt waren, um 60-75% höher war im Vergleich zu Probanden, welche dem Duft nicht ausgesetzt waren. Dafür verantwortlich gemacht wird der Stoff Cineol. Man untersuchte das Blut der 2 Testgruppen, wobei bemerkt wurde, dass der Cineolgehalt der Testgruppe mit der höheren Gedächtnisleistung signifikant erhöht war. 

Rosmarinöl bei Demenz und Alzheimer 

Bei demenzkranken Menschen ist unter anderem ein verstärkter Abbau von Acetylcholin zu bemerken. Dieser Botenstoff ist für die Übermittlung von Informationen zwischen den Nervenzellen zuständig. Ein Mangel an Acetylcholin bewirkt einen gestörten Informationsaustausch über die Synapsen. Das im Rosmarinöl enthaltene Geraniol soll die Acetylcholinproduktion direkt beeinflussen können. Deshalb ist Rosmarinöl Gegenstand zahlreicher Projekte in der Alzheimer- und Demenz-Forschung. 

KÖRPERLICHE WIRKUNG

Haar- und Kopfhautpflege 

Rosmarin gilt schon seit jeher als bewährtes Hausmittel gegen Haarausfall. Durch die durchblutungsfördernden Eigenschaften des Rosmarins wird die Kopfhaut besser mit Nährstoffen versorgt. Dies führt wiederum zu einer Stärkung der Haarfollikel. Rosmarinöl ist auch dazu in der Lage, Sauerstoff an sich zu binden und verbessert somit die Versorgung der Kopfhaut mit Sauerstoff. Außerdem wirkt es Schuppenbefall entgegen und pflegt dabei die trockenen und rissigen Stellen in der Haut, wodurch ein Abblättern der trockenen Hautstücke verhindert wird. 

Gegen zu niedrigen Blutdruck 

Zu niedriger Blutdruck kann für den Betroffenen sehr schnell zum Problem werden. Er ist für unser Herz- Kreislaufsystem zwar nicht so schädigend wie Bluthochdruck, kann jedoch auch lebensbedrohlich werden. Durch den relativ hohen Kampfergehalt im Rosmarinöl kann diesem Problem entgegengewirkt werden. Kampfer hat eine starke blutdruckerhöhende und gefäßverengende Wirkung. Dadurch stellt Rosmarinöl eine sehr gute Alternative zu schulmedizinischen Medikamenten dar. Sollte der zu niedrige Blutdruck bei Ihnen häufiger und stärker ausfallen, sollten Sie jedoch einen Arzt konsultieren, um die Ursachen für Ihr Problem abzuklären. 

Zur Entgiftung 

Die Organe welche die Hauptverantwortung für den Abtransport von Gift aus unserem Körper haben, sind Leber, Nieren und Gallenblase. Rosmarin lässt mehr Gallenflüssigkeit entstehen und sorgt so für eine bessere Entleerung der Galle an sich und aus der Galle hinaus in den Zwölffingerdarm. Außerdem hat Rosmarin eine sehr gute Wirkungen auf unsere Leber. Er führt zu verstärkter Durchblutung und damit zu einer  erhöhten Tätigkeit der Leber und wirkt zusätzlich harntreibend, was einen schnelleren Abtransport der Giftstoffe aus der Leber zur Folge hat. Durch diese Eigenschaften eignet sich Rosmarinöl exzellent für Entgiftungskuren. Rosmarin ist dabei in der Lage, temporäre Vergiftungserscheinungen, wie zum Beispiel durch erhöhten Alkohol- oder Medikamentenkonsum, zu lindern.

Hautpflege 

Rosmarinöl hat antiseptische und antibakterielle Wirkungen, wodurch es sehr gut bei entzündlichen Hautproblemen, wie Pickel und Ekzemen hilft. Auch antifungale Eigenschaften des Rosmarinöls sind bekannt. Er lässt sich dadurch sehr gut gegen Fußpilz anwenden. Eine besondere Eigenschaft des Rosmarinöls ist, dass es sogenannte ph-Puffer  besitzt. Puffer sind Stoffe, die dazu in der Lage sind, ph-Werte anzugleichen. Rosmarinöl hilft sozusagen bei zu saurer, wie auch bei zu basischer Haut. 

Bei Menstruationsstörungen 

Rosmarinöl gilt seit jeher als beliebtes Hausmittel gegen Menstruationsstörungen, insbesondere wenn die Ursache für die Störung der Monatsblutung psychischer Natur ist. Bei der Bekämpfung der Menstruationsstörung wird dabei die ausgleichende Wirkung des Rosmarinöls auf unsere Psyche ausgenutzt. Sein Duft wirkt auf uns entspannend und ausgleichend, was den psychischen Ursachen der Menstruationsstörung (z.B. zu viel Stress) entgegenwirkt.  

Gegen Cellulite 

Cellulite ist meistens die Folge von zu schwachem Bindegewebe. Wegen seiner durchblutungsfördernden Eigenschaften hat das Rosmarinöl bei Cellulite positive Auswirkungen. Durch die verstärkte Durchblutung wird das Bindegewebe gestärkt und gestrafft. Etwaige Einlagerungen von Wasser im Bindegewebe können durch eine Massage mit Rosmarinöl sehr gut beseitigt werden.

Nebenwirkungen 
Rosmarinöl darf keinesfalls von Schwangeren benutzt werden, da es dafür bekannt ist, Wehen auszulösen. Bei einer zu hohen Dosierung kann Rosmarin toxisch wirken und zu Rauschzuständen führen. Die Einnahme von mehr als 50 ml des ätherischen Öls kann schwere Leberschäden hervorrufen. Aufgrund seiner anregenden Wirkung kann es außerdem zu Schlafstörungen führen.  Rosmarinöl ist nicht für Schwangere, Babys und Kleinkinder geeignet. Epileptiker und Menschen mit hohem Blutdruck sollten Rosmarinöl meiden, da der hohe Kampfergehalt den Blutdruck steigen lässt. 

ANWENDUNGEN

Da Rosmarinöl sehr gut hautverträglich ist und wegen seiner durchblutungsfördernden Eigenschaften eignet es sich sehr gut als Massageöl. Das Öl sollte dabei nicht pur, sondern in verdünnter Form zur Anwendung kommen. Es hilft bei körperlichen Beschwerden und Krankheitsbildern, wie Muskelverspannungen, Krämpfen, Muskelschmerzen, Myalgien, Muskelfaserrissen, Spastiken, Rheuma, Migräne und Durchblutungsstörungen.

CHEMISCHE ZUSAMMENSETZUNG

Generell unterscheidet man 3 Chemotypen des Rosmarins: Rosmarin Borneon, Rosmarin Cineol und Rosmarin Verbenon. Man spricht dann von Chemotypen, wenn sich diese in der chemischen Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe unterscheiden. Die Zusammensetzung ist von vielen Standortfaktoren, wie Dauer der Sonneneinstrahlung, Bodenbeschaffenheit und Erntezeit abhängig. Der Borneon-Typ stammt für gewöhnlich aus Spanien, der Typ Cineol ist hauptsächlich in Nordafrika beheimatet und der Verbenon-Typ ist vor allem in Frankreich zu Hause. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Wirkstoffkonzentration haben die unterschiedlichen Chemotypen des Rosmarins auch unterschiedliche Wirkungsspektren. Beim Kauf von ätherischem Rosmarinöl sollten Sie deshalb stets darauf achten, dass der jeweilige Chemotyp bzw. das Ursprungsgebiet des Rosmarinöls angegeben ist.

Allgemein besteht jedes Rosmarinöl aus den gleichen Komponenten, nur unterscheidet sich die Konzentration der İnhaltsstoffe sehr stark. Im Rosmarinöl sind die folgenden biologisch aktiven Stoffe zu finden: 
 
Pinen wird in höheren Dosen durch seine Reizwirkung auf Augen, Atemwege und Haut, und mögliche neuro- und nephrotoxische Wirkungen als gesundheitsschädlich eingestuft. In vitro wirkt es antimikrobiotisch. 
 
Myrcen dient zur Herstellung von Geruchs- und Geschmacksstoffen, die bei der Parfümherstellung und in der Pharmazie eingesetzt werden. 
 
Limonen stellt einen klassischen Duftstoff dar, welcher häufig in Reinigungsmitteln zur Anwendung kommt.
 
p-Cymol führt bei Inhalation zu Schwindel, Schläfrigkeit und Erbrechen. Bei oraler Einnahme führt die Flüssigkeit zu Durchfall, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bewusstlosigkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit. 
 
1,8 Cineol wirkt schleimlösend und bakterizid. Bei Asthma kann durch die Gabe von reinem Cineol die Lungenfunktion verbessert werden. Auch bei der COPD (Raucherlunge) kann reines Cineol als Zusatzmedikation zur Standardtherapie die Lungenfunktion verbessern. In der Zahnmedizin wird es bei der Revision von Wurzelfüllungen verwendet.
   
Terpineole sind Duftstoffe. Sie werden z. B. in Seifen verwendet. Am häufigsten nimmt man Terpeniol für intensiven Fliederduft.
  
Linalool wird als Geschmacks- und Geruchsstoff eingesetzt. In der Chemie dient es zur Synthese von Vitamin E.
 
Geraniol wird aufgrund seiner starken antioxidativen Wirkung in vielen Hautcremes zum Schutz der Haut verwendet.
 
Borneol ist ein starker Geruchsstoff und wird hauptsächlich in der Parfumindustrie eingesetzt.
 
Borneol (Kampfer) wirkt sehr gut bei diversen Atemwegserkrankungen. Kampfer wirkt blutdruckerhöhend, schleimlösend und bakterizid.
 
Verbenon dient als Duftstoff und auch als Mittel gegen den Borkenkäfer, wobei es als Repellent wirkt, der die Käfer abschreckt. 
 
Bornylacetat ist ein Geruchs- und Geschmacksstoff. Es findet Verwendung in Seifen, Sprays und diversen Lebensmitteln. 

HERSTELLUNG 

Ätherisches Rosmarinöl wird durch Wasserstoffdestillation gewonnen. Dabei erhält man aus ca 50 kg  Rosmarinzweigen 1 Liter ätherisches Öl.

Lagerung
Achten sie darauf das Rosmarinöl stets dunkel, kühl und trocken zu lagern. Lagern sie das Öl stets außerhalb der Reichweite von Kleinkindern. Sollte sich das Öl bei zu kalter Lagerung verfestigen, so ist dies kein Hinweis auf einen Qualitätsverlust, ganz im Gegenteil. Qualitativ hochwertige und reine Öle neigen dazu, sich bei Kälte zu verfestigen. Sollte dieser Fall eintreten, reicht es aus, das Öl leicht zu erwärmen, um es anschließend normal weiterverwenden zu können.

GESCHICHTE 

Die breitgefächerte Wirkung des Rosmarins war schon den alten Römern bekannt. Nach Plinius war seine Anwendung für den Magen sehr positiv. Im antiken Griechenland wurden Kindern Kränze aus Rosmarin aufs Haupt gesetzt, da man der Meinung war, das erhöhe Konzentration und Denkfähigkeit. In der Antike galt der Rosmarin als eine dem Göttlichen geweihte Pflanze. Besonders mit der griechischen Liebesgöttin Aphrodite wurde er in Verbindung gebracht. Im alten Ägypten sollte der Duft des Rosmarins Toten die Reise ins Jenseits versüßen. Deshalb wurden ihnen Rosmarinzweige in die Hände gegeben. 
 
Rosmarin war Bestandteil des 1370 erstmals registrierten Parfüms ''Ungarisches Wasser'', das als eines der ersten destillierten Duftwässer gilt und seinen Namen der Königin Elisabeth von Ungarn verdankt, für die es hergestellt wurde. Nach einer Legende soll ein Einsiedler der Königin das Duftwasser überreicht und ihr dabei versichert haben, dass das Parfüm ihre Schönheit auf ewig bewahren werde.

BOTANIK

Der Rosmarinstrauch erreicht eine Wuchshöhe ca. 0,5 bis 2 m, ist immergrün und bildet buschige Verzweigungen. Er riecht intensiv und typisch aromatisch. Ältere Äste des Rosmarins bilden eine leicht abblätternde Borke. Die Blätter des Rosmarinstrauchs sind bis zu 40 mm lang und ungefähr 3 mm breit. Sie sind stets gegenseitig angeordnet und schmal lineal. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün und runzelig. Sie sind mit einer dicken Epidermis überzogen, die sie vor der Austrocknung schützt. Die Unterseite der Blätter ist mit weißen und filzigen Härchen übersät. Die Blattränder sind leicht nach unten gewölbt, um der stechenden Sonne wenige Fläche zu bieten. 
 
Der Rosmarinstrauch blüht über das ganze Jahr verteilt. Der Kelch der Blüten bildet dabei eine Glockenform, ist zweilippig und wird zur Fruchtzeit hin deutlich größer. Die obere Lippe ist zweigeteilt, die untere Lippe dreigeteilt, mit einem stark vergrößerten Mittellappen. Die Farbe der Krone reicht von hellem Blau über Rosa bis hin zu Weiss. Sie ist ca. 11-12 mm lang und zweilippig, wobei die Oberlippe leicht zurückgebogen ist. Die Blüte besitzt zwei Staubblätter, die weit herausragen, um für İnsekten gut erreichbar zu sein.
 

KULTIVIERUNG 

Die Vermehrung von Rosmarin erfolgt meistens über Stecklinge, da eine Aussaat zwar möglich ist, aber ein sehr warmes Klima benötigt. Wird der Rosmarin über Saatgut vermehrt, hat er eine Keimdauer von ca 4 Wochen. Rosmarin bevorzugt humusreiche und durchlässige Böden, da  er sehr anfällig für Staunässe ist. Die Pflanze gedeiht viel besser unter trockenen Bedingungen. Generell ist der Rosmarin eine sehr genügsame Pflanze, welche mit hohen Temperaturen und langanhaltender Trockenheit gut zurecht kommt. 
 
Aufgrund seines Ursprungsgebietes ist der Rosmarin nicht wirklich winterhart, lediglich die milden Winter im Mittelmeerraum sind für ihn erträglich. Er kann ganzjährig geerntet werden, wobei jedoch nicht einzelne Nadeln sondern ganze Zweige geerntet werden sollten. Um einen buschigen Wuchs der Pflanze zu erreichen, wird er meistens im Spätwinter - also in den Monaten Februar oder März - leicht zurückgeschnitten.


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