Johanniskrautöl

Johanniskrautöl
Das echte Johanniskraut ist eine Pflanze aus der Gattung der Johanniskräuter. Seinen Namen hat es deshalb bekommen, da es am Namenstag von Johannes dem Täufer, dem 24. Juli, blüht. Das Johanniskraut ist bei uns besonders in großen Höhenlagen häufig anzutreffen. Sein Öl hat vielfältige medizinische Anwendungen.
Bezeichnung: Johanniskraut
Botanischer Name: Hypericum Perforatum
Synonyme: Echtes Johanniskraut, Gemeines Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut, Blutkraut, Feldhopfenkraut, Jesuswundenkraut, Wundkraut, Walpurgiskraut, Hexenkraut, Kreuzkraut, Konradskraut, Frauenkraut, Herrgottsblut, Gartheil, Hartenaue, Hartheu, Jageteufel, Johannisblut, Johanniswurz, Mannskraft, Sonnenwendkraut, Teufelsflucht, Alfblut
Englischer Name: Amber, Aron's bread, Common St John's wort, Saint John’s Wort, Perforate St John's Wort, Goatweed, Hardhay, Hypericum, Klamath weed, Tipton weed, Tipton's Weed
Preis pro 10ml: ab 4€

Psychologische Wirkung

Aufgrund des hohen Gehalts an stimmungsaufhellenden Aktivstoffen im Johanneskrautöl wirkt es exzellent bei depressiver Stimmungslage bzw. generell ausgleichend und stimulierend. Es löst Angstzustände auf und hilft auch bei stärkeren Depressionen. Im Volksmund existiert der Spruch das Johannisöl die Sonne im Winter abgibt, die es im Sommer aufgenommen hat.

Johanniskrautöl bei Schlafstörungen

da das Johanniskrautöl die Produktion von Melatonin im Gehirn anregt, ist es ein ideales Mittel für die Behandlung bei Schlafstörungen, die ihren Ursprung in unserer Psyche haben.

Serotonin ist ein Neurotransmitter aus dem unser Körper einen grossen Teil des Melatonins selbst gewinnt. Dieser Umwandlungsschritt geschieht in der sogenannten Zirbeldrüse, im Auge und im Darm. Im Auge wird die Produktion bei der Einstrahlung von wenig Licht gedrosselt. Dies ist u.a. der Grund, warum viele Menschen an der sogenannten ‘Winterdepression’ leiden.

Körperliche Wirkung

Das Johanniskrautöl wirkt auf vielfältige Art und Weise auf unsere Gesundheit. Es ist dabei jedoch schwierig, einzelnen Inhaltsstoffen eine Wirkung zuzuordnen, da die reinen Wirkstoffe im klinischen Test nicht dasselbe Anwendungsspektrum haben, wie im natürlichen Johanniskrautöl. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Inhaltsstoffe oft nur gemeinsam wirken können. Einige gesundheitliche Probleme, gegen die natürliches Johannisöl angewendet wird, sind im Folgenden aufgelistet:

Bei Verbrennungen

Da Johanniskrautöl gute schmerzlindernde Wirkung besitzt, ist seine Anwendung bei leichten Verbrennungen bereits seit langem in der Volksmedizin bekannt. Das Johannisöl wird dabei direkt und in purer Form auf die verbrannte Hautstelle aufgebracht.

Gegen Zahnfleischentzündungen

Da Johanniskrautöl antiseptisch und antimikrobiell wirkt, ist es sehr gut gegen Probleme im Mundraum anwendbar. Man kann Johanniskrautöl sowohl gegen Zahnfleischentzündung als auch gegen Mundgeruch verwenden, da es die dafür verantwortlichen Bakterien abtötet.

Für die Haut

Das Johanniskrautöl wirkt sehr stark antimikrobiotisch. Daraus resultiert unter anderem seine gute Anwendbarkeit bei starker Akne. Es wird diesbezüglich auch in vielen Akneprodukten verwendet. Das Johanniskrautöl desinfiziert dabei sozusagen die entzündeten Stellen auf der Haut und verhilft dem Körper somit dazu, diese zu heilen. Da es außerdem stark durchblutungsfördernd ist, wird Johanniskrautöl auch gegen Narbenbildung verwendet. Durch die starke Durchblutung der Haut wird die Regeneration der Hyperdermis, also der unteren Hautschichten erhöht. Das führt dazu, dass Narbenbildung gemindert oder gar verhindert werden kann. Besonders eindrucksvoll ist das bei Pickelnarben zu erkennen. Es sollte jedoch bei der Auftragung von Johanniskrautöl auf die Haut darauf geachtet werden, die eingeriebenen Stellen nicht zu stark dem Sonnenlicht auszusetzen.

Bei Cellulite

Die bereits genannte stark durchblutungsfördernde Wirkung führt auch dazu, dass Johanniskrautöl bei Cellulite hervorragende Ergebnisse liefert. Durch die verstärkte Durchblutung der unteren Gewebeschichten ist der Körper dazu in der Lage, mehr Collagen unter die Haut einzulagern und überschüssige Wassereinlagerung abzutransportieren. Dadurch wird die unschöne Erscheinung der Cellulite abgeschwächt.

Gegen Schmerzen

Da das Johannisöl sehr viele Inhaltsstoffe besitzt, die schmerzlindernd wirken, ist es perfekt für die Anwendung gegen Ischias, leichte Bandscheibenvorfälle und andere Schmerzleiden.  

Bei offenen Wunden

Johanniskrautöl ist sehr gut dazu in der Lage, die Erstversorgung bei einer offenen Wunde zu leisten. Es wirkt antibakteriell und verhindert somit eine İnfektion oder gar eine Eiterung der Wunde, die dadurch schneller heilen kann. Johanniskrautöl hat zusätzlich eine leicht kontrahierende Wirkung auf die Gefäße, wodurch es bei offenen Verletzungen dazu in der Lage ist, leichte Blutungen zu stillen.

In der Schwangerschaft

Ärzte empfehlen Intimbereich und Damm vor einer Geburt regelmäßig mit Öl einreiben, um einen Dammriss zu vermeiden. Die Haut wird durch das Öl geschmeidiger und dehnbarer. Johanniskrautöl eignet sich aufgrund seiner weiteren Eigenschaften hervorragend dafür.
 

Für den Verdauungstrakt

Bei Bauchweh kann Johanniskrautöl wahre Wunder wirken. Es ist zum einen antibakteriell und hilft Bakterien im Magen zu regulieren, wenn man es oral einnimmt. Da es auch stark schmerzstillend ist, wirkt es direkt auf die Nerven und damit auch direkt auf den Schmerz. Auch beim sogenannten Reizdarm ist Johanniskrautöl gut zu verwenden.
 

Bei Insektenstichen  

Die entstehende Entzündung bei einem Insektenstich und die dadurch hervorgerufenen Schmerzen kann Johannisöl lindern oder ganz verhindern.

Bei Neurodermitis

Johanniskrautöl wird von vielen naturheilkundlichen Ärzten zur Behandlung bei Neurodermitis - auch Schuppenflechte genannt - eingesetzt, da es die Ausbreitung der Neurodermitis nachweislich verhindern kann. Es hilft zum einen, das starke Jucken, das die Krankheit mit sich bringt, zu unterdrücken indem die schmerzstillenden Stoffe im Öl die Nerven unter der Haut betäuben, zum anderen pflegt es die trockene und schuppige Haut. Gleiches gilt für andere Hauterkrankungen wie Herpes oder Gürtelrose.

Für Babys

Generell sollten ätherische Öle bei Kleinkindern nicht eingesetzt werden. Auch für Johanniskrautöl wird eine Behandlung ab dem 12. Lebensjahr empfohlen. Die phototoxische Wirkung der Fumocarine in Verbindung mit dem Sonnenlicht könnten ihrem Kleinsten schaden.

Nebenwirkungen

Johanniskrautöl selbst hat selten Nebenwirkungen. Es könnte aber mit anderen Medikamenten reagieren, die sie vielleicht einnehmen und die Wirkung dieser Medikamente herabzusetzen. Johanniskrautöl erhöht die Tätigkeit der Leber, indem es die Aktivität des Enzyms Cytochrom P450 3A4 stark antreibt. Dieses Enzym ist dafür verantwortlich, dass in unserer Leber verstärkt Medikamente abgebaut werden.

Speziell bei der Einnahme von immun-unterdrückenden, blutdrucksenkenden oder blutverdünnenden Arzneien ist also Vorsicht angesagt. Immun-unterdrückende Medikamente werden zum Beispiel nach einer Organtransplantation verordnet. In einem solchen Fall darf kein Johanniskrautöl benutzt werden.

Auch zusammen mit chemischen Antidepressiva dürfen sie Johanniskrautöl nicht einnehmen, denn sie blockieren die Serotonin-Rezeptoren. Dadurch steigt der Serotoninspiegel in unserem Körper stark an, so dass es unter Umständen zu Serotoninvergiftungen kommen kann.

Aufgrund bekannter Wechselwirkungen mit der Antibabypille, sollten sie diese nicht zusammen mit Johanniskrautöl verwenden.

Eine Herabsetzung der Wirksamkeit von Aids und Krebsmedikamenten, wie beispielsweise Indinavin, Nevirapin, Imatinib und Irinotecan durch Johanniskrautöl konnte in Studien bei bis zu 60% der untersuchten Fälle beobachtet werden.

Sollten Sie Johanniskrautöl über einen längeren Zeitraum und in hoher Dosierung zu sich nehmen, verzichten Sie bitte auf Solariumbesuche und längere Sonnenbäder, da das Öl die Lichtempfindlichkeit des Körpers und damit die Gefahr eines Sonnenbrandes oder anderer Reaktionen der Haut auf die Sonne stark erhöht. Einige Patienten klagten auch über Gewichtszunahme. Es konnte jedoch durch keine wissenschaftliche Studie belegt werden, dass dies auf das Johanniskrautöl zurückgeführt werden kann.

Anwendung

Das Johanniskrautöl kann mehrmals täglich, in der Regel 2-3 mal eingenommen werden. Auch als Tee kann man es mehrmals täglich trinken. Für viele Menschen ist die direkte Einnahme des Öls jedoch abstoßend. Hier bieten sich Extrakte in Kapselform an. Diese haben den Vorteil, dass man die verabreichte Menge ganz genau dosieren kann und der Wirkstoff in reiner Form vorliegt. Johanniskraut-Kapseln sind mit und ohne ärztliches Rezept in der Apotheke erhältlich. Es sind Kapseln mit einer Dosierung von 0,3-2 g je Kapsel erhältlich.

Wie schnell die Wirkung des Johanniskrauts einsetzt, ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Einige dieser Faktoren sind die individuelle Rezeption des Wirkstoffs im Magen und wie lange der zu behandelnde Krankheitsverlauf bereits anhält.

Chemische Zusammensetzung


Hypericine ist der Hauptwirkstoff im Johanniskrautöl. Es hat die Eigenschaft sich hauptsächlich in Krebszellen einzulagern, was dazu führte, dass Hypericine heute zum Nachweis von Krebs verwendet wird. Hypericine kann unseren Körper extrem Lichtempfindlich machen, vor allem Haut und Augen. Es führt zusammen mit Sonnenlicht zu sogenannten phototoxischen Reaktionen.

Rutin wird gegen kapillare Blutungen und alle mit gesteigerter Kapillarbrüchigkeit und Membrandurchlässigkeit einhergehenden Krankheiten eingesetzt. Es gibt eine klinische Studie, welche die Wirksamkeit von Rutin bei Schwangerschaftsödemen zu belegen scheint.

Hyperforin wird eine starke antidepressive Wirkung nachgesagt
 
Spathulenol hat eine immunsuppressive Wirkung, das heißt es unterdrückt biologische Prozesse. Aufgrund dieser Eigenschaft wird untersucht, ob es eventuell bei Chemotherapien unterstützend eingesetzt werde könnte.

Xanthone haben antibakterielle, antibiotische, anti-hepatotoxische, anti-allergische und antimykotische Eigenschaften.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Wirkstoffe im Johanniskrautöl, welche bis heute jedoch leider noch nicht vollständig erforscht worden sind.

Herstellung von Johanniskrautöl

Um Johanniskraut herzustellen, können Blüten, Knospen und auch Blätter zusammen mit einem hochwertigen Trägeröl, wie zum Beispiel Sesam- oder Olivenöl in ein Einmachglas gegeben werden. Das Einmachglas stellt man anschließend für mindestens 5 Wochen an einen dunklen und warmen Ort. In dieser Zeit zieht das Trägeröl alle biologisch wirksamen Inhaltsstoffe aus dem Johanniskraut und verfärbt sich dabei tiefrot. Aus diesem Grund hat das Johanniskrautöl auch seinen Beinamen ‘Rotöl’ erhalten. Nachdem dieser Prozess abgeschlossen ist, kann das Öl zu jedweder Verwendung herangezogen werden.

Geschichte

Johanniskrautöl ist seit dem Altertum als Heilmittel bekannt. Wegen seiner typischen roten Farbe setzten es die Menschen stets in Beziehung zu Blut. Im Volksmund sind Namen wie „Johannisblut“, „Herrgottsblut“ und auch „Elfenblut“ bekannt. Die Tradition des Johanniskrauts reicht bis zurück in die Zeit der Kelten und Germanen, die fünfzackigen gelben Blüten erinnern an ein Druiden-Emblem, die rote Farbe an das Blut des Götzen Odin. Die löchrigen Blätter der Pflanze weisen auf einen Bezug zu Wunden und Verletzungen hin. Dabei handelt es sich um Drüsen für das ätherische Öl, das in der Tat einen großen Teil der heilkräftigen Wirkung ausmacht. Tatsache ist, dass Johanniskrautöl sich lange vor der wissenschaftlich Schulmedizin als ein starkes Heilmittel erwiesen hat.

Botanik

Das Johanniskraut ist eine Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 100 Zentimetern erreicht.  Es ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. In Ostasien, Nord- und Südamerika sowie in Australien wurde es eingebürgert. Es wächst an Waldrändern, Wegen und Böschungen, in Magerwiesen, Brachen und Waldverlichtungen oder auf Bahnschotte. Das Johanniskraut ist eine sogenannte Pionierpflanze, welche auch sehr gut mit kargen und nährstoffarmen Böden zurecht kommt. Die Pflanzenteile sind leicht giftig und die getrockneten Blüten des Johanniskrauts enthalten bis zu 1,4 % des roten Farbstoffes Hypericin („Johannisblut“).

Weitere verwandte Öle

Niaouliöl

Niaouliöl wird aus der Myrtenheide (Melaleuca quinquenervia) gewonnen. İhr ursprüngliches Verbreitunsgebiet erstreckt sich von Neuseeland bis nach Neukaledonien. Das Öl wirkt entzündungshemmend und ist allgemein sehr gut für die menschliche Haut; z. B. wird es in diversen Kosmetikprodukten, welche gegen Falten helfen sollen, eingesetzt.

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Pfefferminzöl

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine Pflanze aus der Gattung der Minzen, deren Verbreitungsgebiet sich, aufgrund seiner Beliebtheit als Heilpflanze, über die gesamte Nordhalbkugel erstreckt. Eingesetzt bei: Darmproblemen, Mundgeruch, Übelkeit, Appetitanreger, Spannungskopfschmerzen, Insektenstichen, u.v.m.

Teebaumöl

Das Teebaumöl stammt vom australischen Teebaum (Melaleuca antifolia), einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, der ausschließlich in Australien vorkommt. Teebaumöl wird wegen seiner biologisch aktiven Inhaltsstoffe in vielen medizinischen und kosmetischen Produkten verwendet. Der Duft des Teebaumöls ist sehr würzig.
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