Birkenöl

Birkenöl
Birkenöl ist ein Rohstoff der schon seit tausenden von Jahren in unserer Kultur tief verwurzelt ist. Die Menschen nutzen und schätzen die wichtigen Inhaltsstoffe von Birkenöl als bewährtes Heilmittel. Sein Duft variiert sehr stark mit den Pflanzenteilen, aus denen es gewonnen wird.
Bezeichnung: Birken Öl
Botanischer Name: Betula lenta/ pendula
Synonyme: Hängebirke, gewöhnliche Birke, Birkenblätter
Englischer Name: Birch oil
Ursprungsländer: USA, Frankreich
Preis pro 10ml: ab 3,85 €

Wirkung von Birkenöl

Wegen seiner Inhaltsstoffe hat Birkenöl die vielfältigsten Heilwirkungen gegen eine ganze Reihe verschiedener Beschwerden. DAs Öl ist auch gerade Gegenstand zahlreiche klinischer Studien, die weitere positive Effekte zu finden versuchen:

Birkenöl gegen Neurodermitis

Der im Birkenöl enthaltene Wirkstoff Betulin hilft nach neuesten Forschungsergebnissen Neurodermitis und Psoriasis wirksam zu bekämpfen. Unter Neurodermitis leidende Menschen  empfinden an den betroffenen Hautstellen einen äußerst starken Juckreiz und durch ständiges Kratzen reisst die Haut stellenweise auf. Diese aufgerissenen Hautstellen können sich entzünden. Birkenöl lindert den Juckreiz und somit auch den Drang, sich zu kratzen. Dadurch reisst auch die Haut nicht mehr. Birkenöl wirkt zudem stark entzündungshemmend und hilft somit durch Neurodermitis bereits ausgelöste Entzündungen wieder abklingen zu lassen.

Bikenöl gegen Atemwegserkrankungen und chronische Verschleimung

Birkenöl hat mehrere Wirkweisen, die gut für unsere Atemwege sind. Das Öl hat zum Beispiel einen extrem starken antibakteriellen Effekt, wodurch Bakterien in unseren Atemwegen bekämpft werden. Andere Verursacher von Atemwegserkrankungen können auch Pilze oder Viren sein. Da Birkenöl auch stark antifungal und antiviral wirkt, können auch diese gefährlichen Auslöser von Atemwegserkrankungen behandelt werden. Ein weiterer positiver Effekt von Birkenöl ist, dass es stark schleimlösend wirkt. Dies hilft Menschen, die an chronischer Verschleimung leiden. Das Öl verflüssigt in der Lunge festsitzenden Schleim und hilft den Betroffenen, diesen besser aushusten zu können.

Birkenöl bei Gelenk- und Muskelschmerzen

Birkenöl hat eine stark ausgeprägte schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Wirkung. Dies kommt uns sehr zugute, wenn wir an temporären Gelenk- oder Muskelschmerzen leiden - zum Beispiel nach dem Sport. Birkenöl eignet sich hervorragend als Massageöl an den schmerzenden Körperstellen, denn es verhindert die Ausschüttung diverser Neurotransmitter in den Nerven. Diese Stoffe sind für die Signalweiterleitung innerhalb der Nervenbahnen verantwortlich und so ein Signal kann zum Beispiel Schmerz sein. Fehlen diese Neurotransmitter, verschwindet auch der Schmerz. Durch seine durchblutungsfördernde Wirkung führt das Öl zu einer Erwärmung an den massierten Stellen, was wiederum für die Schmerzlinderung gut ist. Somit hilft Birkenöl gleich auf 2 verschiedene Arten gegen Gelenk und Muskelschmerzen.

Birkenöl gegen Hexenschuss, Ischias und Neuralgie

Unter einem Hexenschuss versteht man einen plötzlich auftretenden Schmerz im Lendenwirbelbereich. Betroffene empfinden beim Hexenschuss einen derart heftigen Schmerz, dass massive Bewegungseinschränkungen die Folge sind. Da Birkenöl allgemein sehr schmerzlindernd ist, können regelmäßige Einreibungen mit Birkenöl den Hexenschuss relativ schnell wieder beseitigen, zumindest seine Schmerzen spürbar lindern.

Das Öl hilft aber nicht nur gegen Hexenschuss, sondern auch gegen Beschwerden mit dem Ischiasnerv. Dieser Nervenstrang ist der größte in unserem Körper, und verläuft von der Lendenwirbelsäule bis in die Beine. Menschen, die an Ischias-Beschwerden leiden, verspüren heftige Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und Taubheit in den Beinen. Auch  hier greift wieder die allgemeine schmerzlindernde Wirkung des Birkenöls. Zusammen mit der richtigen Bewegungstherapie kann das Öl bei diesen schmerzhaften Beschwerden sehr gut unterstützend wirken. Auch andere Neuralgien - das ist das medizinische Fachwort für plötzlich auftretende Nervenschmerzen - können mit Birkenöl gut behandelt werden. Meistens reicht es dabei aus, die betroffenen Körperstellen leicht mit Birkenöl zu massieren.

Birkenöl gegen Gicht

Die Gicht ist eine sehr schwerwiegende und vor allem schmerzhafte Stoffwechselerkrankung. Betroffene leiden an einem zu hohen Harnsäuregehalt im Blut. Diese lagert sich in Form von Kristallen in unseren Gelenken ab und führt dort zu schmerzhafter Reibung und Entzündungen. In weiterer Folge werden auch die Nieren geschädigt. Birkenöl gilt als harnsäurelösend und hilft somit direkt gegen den Auslöser der Gicht. Das Öl kann die Krankheit zwar nicht beseitigen, es kann jedoch die Symptome mildern. Durch seine harnsäurelösende Wirkung werden die Kristalle besser aus unseren Gelenken gelöst und über die Blutbahn abgeführt. Durch die ausgeprägte schmerzstillende Wirkung des Öls werden auch die Schmerzen bekämpft.

Birkenöl gegen Schuppen und Haarausfall

Schuppen entstehen oft durch eine zu trockene Kopfhaut, die dann Juckreiz auslöst. Betroffene kratzen sich daraufhin und lösen dadurch die oberste Hautschicht ab. Dies sind die Schuppen. Birkenöl wirkt stark feuchtigkeitsspendend und durch diesen Effekt kann die trockene Kopfhaut gepflegt und die Schuppenbildung unterbunden werden.

Haarausfall kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Diese reichen von fortgeschrittenem Alter über hormonelle Probleme bis hin zu temporären Gründen. Gegen einige Ursachen für Haarausfall kann Birkenöl sehr gut helfen, nämlich gegen zu schwache Haarfollikel. Grund ist seine durchblutungsfördernde Wirkung.

Birkenöl bei offenen Wunden und Verletzungen

Offene Wunden sind ständig der Gefahr ausgesetzt, sich zu entzünden oder sich mit Bakterien zu infizieren. Da Birkenöl eine ausgeprägte entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung besitzt, wirkt es genau diesen beiden Gefahren entgegen. Sie müssen dabei jedoch beachten, dass Birkenöl auch durchblutungsfördernd wirkt. Es sollte deshalb nicht bei noch blutenden Wunden eingesetzt werden, da dadurch die Blutung womöglich nicht gestillt werden kann. Warten Sie deshalb vor der Behandlung mit Birkenöl stets ab, bis die Blutung der Verletzung stoppt.

Birkenöl für die Haut und gegen Cellulite

Birkenöl hat mehrere positive Wirkungen auf unsere Haut. Es wirkt zum Beispiel stark adstringierend, also hautstraffend. Diese Eigenschaft kann man sich zur Behandlung von Cellulite zunutze machen. Cellulite entsteht durch Wassereinlagerungen im Bindegewebe unter der Haut, was insbesondere bei Frauen zur sogenannten ‘Orangenhaut’ führen kann. Durch die straffende Wirkung des Birkenöls werden diese Wassereinlagerungen aus dem Bindegewebe herausgedrückt und die Cellulite wird gelindert. Außerdem kann Birkenöl aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung sehr gut gegen Akne und Pickel eingesetzt werden.

Birkenöl gegen Rheuma

Das im Birkenöl enthaltene Methylsalicylat ist für die extrem schmerzstillende Wirkung des Öls verantwortlich. Chemisch gesehen ist Methylsalicylat die Vorstufe von Aspirin und somit ein natürlicher ‘Schmerzkiller’. Diese Eigenschaft kann man sich in Form von heißen Bädern mit Birkenöl zunutze machen: Das Öl kann Rheuma zwar nicht heilen, aber es kann zumindest die Schmerzen lindern.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei Birkenöl nur in absoluten Ausnahmefällen und nur bei extrem hoher Dosierung über einen langen Zeitraum zu befürchten. Der für die Nebenwirkungen verantwortliche Stoff ist wiederum das Methylsalicylat. Bei Überdosierung führt dieses zu Reizungen von Magen und Nieren. In der Schwangerschaft sollte deshalb auf Birkenöl verzichtet werden, da die Dosis für eine toxische Wirkung bei ungeborenen Kindern stark herabgesetzt ist.

Anwendungen

Birkenöl sollte niemals pur aufgetragen werden, da das Öl auf unsere Haut eine starke Reizwirkung ausübt. Wenn Sie das Öl also äusserlich anwenden wollen, sollten Sie es mit einem geeigneten Trägeröl verdünnen. Geben Sie dafür einfach 4-5 Tropfen Birkenöl zu 10 ml eines Trägeröls und tragen Sie das Gemisch anschließend auf. Sollten Sie das Öl gegen Schuppen oder zu trockene Kopfhaut verwenden wollen, so können Sie einfach einige Tropfen zu ihrem Shampoo hinzugeben.

Wenn Sie Birkenöl oral einnehmen wollen, empfiehlt es sich, es mit etwas Honig zu vermischen, da Birkenöl sehr bitter schmeckt. Wenn Sie Birkenöl als klassisches Duftöl verwenden wollen, können Sie es einfach in seiner puren Form in einer Duftlampe oder einem Diffusor erhitzen.

Herstellung und Inhaltsstoffe  von Birkenöl

Es gibt insgesamt 3 verschiedene Arten von ätherischen Ölen, die man aus Birken gewinnen kann. Sie unterscheiden sich in der Herstellungsmethode, den Inhaltsstoffen und bei den Pflanzenteilen, aus denen die Öle gewonnen werden:
  • Birkenöl: Das eigentliche Birkenöl wird aus der Rinde der Zuckerbirke durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Das Öl ist leicht gelblich bis durchsichtig und riecht fein balsamisch. Sein Hauptinhaltsstoff ist das Methylsalicylat mit einem Gesamtanteil von über 99%.
  • Birkenteeröl: Birkenteeröl wird aus dem sogenannten Birkenteer - einer Vorstufe von Birkenpech - gewonnen. Das Öl erzeugt man in einer klassischen Destillation. Es ist eine dunkelbraune Flüssigkeit und riecht leicht terpentinartig. Seine Hauptwirkstoffe sind Phenol, Kresol, Betulin, Xylenol, Brenzcatechin und Guajacol
  • Birkenknospenöl: Dieses Öl wird in Nordeuropa aus den getrockneten Knospen der Hänge-Birke gewonnen. Seine wirksamsten Inhaltsstoffe sind Betulin, Terpene und Caryophyllen

Geschichte

Die Birke wurde bereits von unseren Urvätern - den Steinzeitmenschen - benutzt. Aus Birkenteer stellte man den ersten Klebstoff der Menschheitsgeschichte her, aus der Rinde fertigte man Behälter für alle möglichen Sachen. Auch die vielen Heilwirkungen der Birke waren nachweislich damals schon bekannt. Die alten Germanen verehrten den Baum als Vorbote des Sommers.

Botanik

Die Birke ist ein Laubbaum und an seiner charakteristischen weißen Rinde schnell zu erkennen. Sie wird bis zu 30 m hoch und 160 Jahre alt. Das Verbreitungsgebiet der Birke erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel. An die Witterung stellt die Birke keine besonderen Bedingungen, da sie sehr wetterresistent ist. Lediglich genug Niederschlag ist erforderlich.

Die Birke neigt im Frühjahr dazu sehr viel Harz abzusondern, das dann zu Boden tropft. Man sagt deshalb auch dass Birken ‘weinen’ würden. Das Holz der Birke gilt als eines der härtesten Hölzer der Welt und ist deshalb auch ein beliebtes Holz für das Kunsthandwerk. Als Bauholz kann die Birke jedoch nicht verwendet werden, da ihr Holz eine zu geringe Tragkraft besitzt.

Weitere verwandte Öle

Anisöl

Anis ist bereits seit dem Altertum eine bekannte Heilpflanze. Heute verwendet man Anis noch sehr oft in bekannten Schnäpsen wie Absinth oder Sambuca als Geschmacksgeber. Aber auch als Heilmittel ist das Anisöl weit verbreitet. Sein Duft ist typisch würzig-scharf 

Johanniskrautöl

Das echte Johanniskraut ist eine Pflanze aus der Gattung der Johanniskräuter. Das Johanniskraut ist bei uns besonders in großen Höhenlagen häufig anzutreffen. Sein Öl hat vielfältige medizinische Anwendungen.

Lärchenöl

Die Lärche ist ein Baum aus der Gruppe der Kieferngewächse. Der Duft von Lärchenöl ist intensiv würzig und erinnert leicht an Benzin. Das ätherische Öl der Lärche wird auch Terpentin genannt - nicht zu verwechseln mit dem Lösungsmittel Terpentin, welches aus Erdöl gewonnen wird. Die Lärche ist der einzige Nadelbaum der Welt, der im Winter seine Nadeln abwirft.

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Sandelholzöl

Sandelholzöl wird aus dem gleichnamigen Sandelholzbaum gewonnen. Es gilt als eines der wertvollsten ätherischen Öle, da der Sandelholzbaum faktisch nicht kultiviert wird und das Öl somit aus Wildbeständen stammt. Auf dem Markt befinden sich zahlreiche Fälschungen, die jedoch nicht die therapeutischen Eigenschaften des echten Sandelholzöls haben. Der Duft des Öls wird als süßlich-balsamisch beschrieben.