Zypressenöl

Zypressenöl
Das ‘Oleum cupressi’ wird aus der gemeinen Zypresse (Cupressus) gewonnen. Sein Duft ist würzig bis harzig. Die Zypresse galt sehr lange als heiliger Baum, der bereits im Altertum mit der Überwindung von Trauer und Tod in Verbindung gebracht wurde.
Bezeichnung: Zypresse
Botanischer Name: Cupressus
Synonyme: Cupressus
Englischer Name: Cypress
Ursprungsländer: Mittelmeerraum
Preis pro 10ml: ab 3,95€

Psychologische Wirkung

Das ätherische Öl der Zypresse ist in der Lage, unseren Hormonhaushalt direkt zu beeinflussen und somit auch unsere Stimmung zu verändern. Das Zypressenöl kann zum Beispiel die Produktion des Neurotransmitters Noradrenalin steigern. Neurotransmitter sind Stoffe, welche für die Übertragung von Signalen zwischen den Nervenenden verantwortlich sind. Ein zu niedriger Noradrenalinspiegel in unserem Blut führt zu Antriebs- und Abwehrschwäche. Genau dem wirkt das Zypressenöl entgegen und stärkt so mit der Noradrenalinproduktion unser Gemüt.

Zudem ist das Zypressenöl dazu fähig, die Produktion von Dopamin anzutreiben. Dopamin wird im Volksmund auch als ‘Glückshormon’ bezeichnet. Es ist für das Empfinden positiver Gefühle verantwortlich. Ein Mangel an Dopamin kann zu Lustlosigkeit und depressiver Stimmung führen. Das Zypressenöl ist also allgemein dazu in der Lage, unsere Stimmung zu heben, schlechte Gedanken zu vertreiben und so gegen Traurigkeit zu wirken. Die genauen biochemischen Prozesse, wie das Zypressenöl gegen Trauer wirkt, sind bis heute jedoch noch nicht genau erforscht. Diese Eigenschaft des Zypressenduftes ist schon lange im Volkstum bekannt. Deshalb wurde und wird die Zypresse bis heute oft auf Friedhöfen gepflanzt.

Körperliche Wirkung

Das Zypressenöl hat auch auf unseren Körper eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Es kommt sowohl im medizinischen wie auch im kosmetischen Bereich zum Einsatz und ist in vielen handelsüblichen Pflegeprodukten enthalten. Viele gesundheitliche Probleme sind mit Zypressenöl wirkungsvoll behandelbar, weshalb es chemische Medikamente oft überflüssig macht. Zypressenöl wirkt zum Beispiel sehr gut bei:

Zypressenöl bei Erkältung und Grippe

Das Zypressenöl wirkt stark antibakteriell und schleimlösend. Diese Eigenschaften machen es zu einem wirksamen Mittel bei Erkältungen bzw. grippalen Infekten, da es direkt die Bakterien bekämpft, welche die gesundheitlichen Beschwerden auslösen und durch seine schleimlösende Wirkung dem Patienten dabei hilft, wieder besser atmen zu können.
 

Zypressenöl zur Entgiftung

Zypressenöl wirkt harntreibend und durchblutungsfördernd. Durch die erhöhte Ausscheidung von Urin ist der Körper besser in der Lage, Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden. Zypressenöl wirkt im Gegensatz zu den meisten anderen ätherischen Ölen nicht nur lokal durchblutungsfördernd, sondern es verengt auch unsere Venen, wodurch unsere gesamten inneren Organe stärker durchblutet werden. Dies wirkt nicht nur allgemein stärkend auf unseren Körper, sondern es erlaubt Nieren und Leber auch eine gewisse Leistungssteigerung bei der Entgiftung unseres Körpers. Je mehr Blut durch die Organe fließt, desto schneller und besser können sie dieses Blut mittels Osmose von Giftstoffen befreien.

Zypressenöl bei Magen- und Muskelkrämpfen

Zypressenöl hat starke krampflösende Eigenschaften. Das ist auch der Grund dafür, warum es in vielen medizinischen Salben zur Behandlung von leichten Sportverletzungen verarbeitet wird. Beim Sport beginnt der Mensch stark zu schwitzen und verliert dabei viele essentielle Elektrolyte, wie Magnesium und Natrium. Dies führt dazu, dass die Nervenenden im Muskel unkontrolliert elektrische Impulse untereinander austauschen. Das Ergebnis sind Muskelzucken und Krämpfe. Zypressenöl füllt diese mangelnden Elektrolyte zwar nicht wieder auf, es hindert die Nervenenden allerdings an der Bildung von elektrischen Impulsen und mindert somit Krämpfe kurzzeitig. Um die Muskelkrämpfe allerdings dauerhaft zu bekämpfen, sollten Sie die mangelnden Elektrolyte mit isotonischen Getränken auffüllen. Auch bei schmerzhaften Magenkrämpfen hilft das Zypressenöl indem es die periphere Muskulatur, welche den Magen umgibt, daran hindert, unkontrolliert zu kontrahieren.

Zypressenöl für ein verbessertes Hautbild

Die durchblutungsfördernde Wirkung von Zypressenöl wirkt zwar auf unseren ganzen Körper, jedoch verstärkt auch lokal. Wird das Zypressenöl zum Beispiel auf unsere Haut aufgetragen, so fördert es lokal die Durchblutung der unteren Hautschichten. Dies führt dazu, dass den Hautzellen ein besserer Nährstoffnachschub garantiert wird und sich diese somit öfter teilen können. Dadurch können abgestorbene Hautzellen schneller durch neue ersetzt werden. Die Haut regeneriert sich somit schneller. Außerdem können durch die verstärkte Durchblutung Giftstoffe besser aus der Haut abtransportiert werden, was wiederum zu geringerem Zellsterben führt. Durch die keimtötende Wirkung des Zypressenöls kann auch entzündlichen Hautkrankheiten, wie Akne gut vorgebeugt werden.
 

Zypressenöl gegen Fußgeruch

Fußgeruch entsteht nicht wie allgemein angenommen durch starkes Schwitzen an den Füssen, sondern erst durch die Zersetzung dieses Schweißes durch Bakterien. Bakterien zersetzen die organischen Verbindungen im Fussschweiss zu Methan und Schwefelwasserstoff und eben diese Gase haben für uns Menschen einen stechenden unangenehmen Geruch. Da das Zypressenöl stark antibakteriell wirkt, werden diese Bakterien abgetötet. Ein paar Tropfen Zypressenöl in einem Fussbad reichen dabei völlig aus, um eine langanhaltende Wirkung zu erzielen.
 

Zypressenöl zur Wundheilung und gegen Krampfadern

Zypressenöl hat eine stark desinfizierende Wirkung. Durch diese Eigenschaft kann es bei offenen Wunden eine Infektion verhindern und somit die Heilung beschleunigen. Nicht verwenden sollte man das Zypressenöl bei noch blutenden Wunden. Da es durchblutungsfördernd wirkt, kann dadurch eine Stillung der Blutung erschwert werden. Die durchblutungsfördernde Wirkung des Zypressenöls kann jedoch gegen Krampfadern eingesetzt werden. Krampfadern sind nichts anderes als gestocktes Blut in abgestorbenen Venen. Massiert man nun die betroffenen Hautpartien mit Zypressenöl ein, so werden diese stärker durchblutet und somit kann auch das gestockte Blut in den Venen besser abtransportiert werden.

Zypressenöl bei Mundgeruch und Zahnfleischentzündung

Da das Zypressenöl stark antibakteriell und entzündungshemmend wirkt, ist es ideal für die Anwendung im Mundraum geeignet. Das Zypressenöl tötet zum einen die Bakterien im Mund, welche für die Entstehung von Mundgeruch verantwortlich sind, zum anderen hilft es bei bereits bestehender Zahnfleischentzündung diese zu kurieren. Es stellt zu alldem noch eine Vorbeugung für Karies dar, da die dafür verantwortlichen Bakterien ebenfalls abgetötet werden.

Anwendung

Zypressenöl kann auf der menschlichen Haut eine leicht reizende Wirkung haben. Sie sollten es deshalb nie pur auf die Haut auftragen. Benutzen Sie stattdessen eine Mischung im Verhältnis 1:4 Zypressenöl/Olivenöl. Geben Sie also 20 ml Zypressenöl zu 80 ml Olivenöl und tragen dieses anschließend auf. Wenn sie das Öl als Duftöl verwenden wollen, können sie es pur in einem Diffusor oder einer Duftlampe erhitzen. Für die Anwendung im Mundraum reicht es aus, wenn Sie 1-2 Tropfen des Zypressenöls zu einem Becher warmen Wasseres geben und dieses anschließend zum Gurgeln benutzen. Für die innere Anwendung besteht die Möglichkeit, fertige Arzneien in der Apotheke zu erwerben. Dies hat den Vorteil einer genauen Dosierung der Wirkstoffmenge. Sollten Sie das Zypressenöl auf natürlichem Weg zu sich nehmen wollen, so können sie 1-2 Tropfen Zypressenöl auf ein Stück Würfelzucker geben und dieses anschließend lutschen. Sie sollten jedoch davon absehen die genannte Menge öfters als 2 mal täglich zu sich zu nehmen.

Chemische Zusammensetzung von Zypressenöl

Zypressenöl besteht unter anderem aus folgenden Inhaltsstoffen:

  • Furfural
  • 3-Caren
  • Pinen
  • Sylvestren
  • Sabinol
  • Camphen  
  • Terpineol
  • Cadinen
  • Baldriansäure  
  • Cedrol

Herstellung von Zypressenöl

Zypressenöl wird mittels Wasserdampfdestillation aus den jungen Blättern und Zweigen der Zypresse gewonnen. Für 1 l reines Zypressenöl werden ca 70 kg Pflanzenmaterial benötigt.

Geschichte

Die Zypresse galt bereits in der Antike als heiliger Baum. So soll Jesus an einem Kreuz aus Zypressenholz gekreuzigt worden sein. Die alten Ägypter bestatteten ihre Toten in Sarkophagen aus Zypressenholz, um ihnen die Trauer über ihren Tod zu nehmen und ihnen den Übergang in die jenseitige Welt zu erleichtern. Sie glaubten, dass der Tote durch zu viel Schmerz an das Diesseits gebunden wäre und nur Zypressenholz dem Toten die Erleichterung verschaffen kann, um den Übergang zu wagen.

Botanik

Die Zypresse ist ein immergrüner Baum oder Strauch dessen Wuchshöhe und Wuchsform sich stark unterscheiden kann. Die Blätter der Zypresse sind schuppenartig und stehen kreuzständig in vier verschiedene Richtungen. Die Zypresse ist gemischtgeschlechtlich, das heißt sie bildet sowohl männliche, als auch weibliche Zapfen aus. Die weiblichen Zapfen der Zypresse benötigen etwa zwei Jahre bis sie ausgereift sind. Sie verbleiben aber meistens in geschlossener Form über mehrere Jahre am Baum bis sie durch ein Feuer gezwungen werden sich zu öffnen. Der evolutionäre Grund dafür ist, dass nach einem Feuer der Boden mit Nährstoffen angereichert ist und etwaige Konkurrenten vernichtet worden sind. Dadurch hat der Samen der Zypresse beste Keimbedingungen, um in ein langes Zypressenleben zu starten.

Weitere verwandte Öle

Johanniskrautöl

Das echte Johanniskraut ist eine Pflanze aus der Gattung der Johanniskräuter. Das Johanniskraut ist bei uns besonders in großen Höhenlagen häufig anzutreffen. Sein Öl hat vielfältige medizinische Anwendungen.

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Niaouliöl

Niaouliöl wird aus der Myrtenheide (Melaleuca quinquenervia) gewonnen. İhr ursprüngliches Verbreitunsgebiet erstreckt sich von Neuseeland bis nach Neukaledonien. Das Öl wirkt entzündungshemmend und ist allgemein sehr gut für die menschliche Haut; z. B. wird es in diversen Kosmetikprodukten, welche gegen Falten helfen sollen, eingesetzt.

Orangenöl

Orangenöl wird aus der gemeinen Orange (Citrus × sinensis) gewonnen, einem immergrünen Baum, dessen Verbreitungsgebiet sich mittlerweile über die ganze Welt erstreckt. Man unterscheidet 2 Arten von Orangenöl, das bittere Orangenöl aus Citrus sinensis und das süße Orangenöl aus Citrus aurantium.

Pfefferminzöl

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine Pflanze aus der Gattung der Minzen, deren Verbreitungsgebiet sich, aufgrund seiner Beliebtheit als Heilpflanze, über die gesamte Nordhalbkugel erstreckt. Eingesetzt bei: Darmproblemen, Mundgeruch, Übelkeit, Appetitanreger, Spannungskopfschmerzen, Insektenstichen, u.v.m.

Rosmarinöl

Der Name Rosmarin  (Rosmarinus officinalis) leitet sich aus dem lateinischen 'ros marinus' ab und bedeutet soviel wie ''Tau des Meeres''. Rosmarin ist heute eine weit verbreitete Heilpflanze und ein beliebtes Gewürz in der Küche. Seine heilende Wirkung ist bereits seit der Antike bekannt.

Teebaumöl

Das Teebaumöl stammt vom australischen Teebaum (Melaleuca antifolia), einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, der ausschließlich in Australien vorkommt. Teebaumöl wird wegen seiner biologisch aktiven Inhaltsstoffe in vielen medizinischen und kosmetischen Produkten verwendet. Der Duft des Teebaumöls ist sehr würzig.

Zimtrindenöl

Das Zimtöl ist ein sehr wertvolles ätherisches Öl, das aus der Rinde von verschiedenen Zimtbäumen gewonnen werden kann. Man unterscheidet dabei zwischen Zimtrindenöl und Zimtcassienöl. Die Rinde des Zimtbaumes wird nicht nur zur Ölproduktion verwendet, sondern stellt in der Küche auch ein sehr beliebtes Gewürz dar.

Zitronengrasöl

Das Öl des Zitronengrases wird mittels Vakuumdestillation gewonnen. Dafür wird das Zitronengras ausgekocht und der erhaltene Sud unter Vakuum destilliert. Es findet Verwendung im medizinischen und aromatherapeutischen Bereich und ist aufgrund seines intensiven Zitrusduftes und diverser biologisch aktiver Inhaltsstoffe sehr beliebt.