Teebaumöl

Teebaumöl
Das Teebaumöl stammt vom australischen Teebaum (Melaleuca antifolia), einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, der ausschließlich in Australien vorkommt. Teebaumöl wird heute wegen der steigenden Beliebtheit von Naturstoffen und wegen seiner vielen biologisch aktiven Inhaltsstoffe in vielen medizinischen und kosmetischen Produkten verwendet. Der Duft des Teebaumöls ist typisch würzig.
Bezeichnung: Teebaum
Botanischer Name: Melaleuca alternifolia
Synonyme: Melaleucae aetheroleum PhEur, Melaleucae alternifoliae
Englischer Name: Tea Tree Oil, Mastigobryum trilobatum
Ursprungsländer: Australien
Preis pro 10ml: 6,90 €
Ätherisches Teebaumöl innere Anwendung gegen Bakterien und Viren

WIRKUNG BEI INNERER ANWENDUNG

Wegen seiner vielen Inhaltsstoffe gilt das Teebaumöl heute als Geheimmittel gegen die unterschiedlichsten gesundheitlichen Probleme. Wobei noch längst nicht alle Möglichkeiten komplett erforscht worden sind, die uns das Teebaumöl eröffnet. Einige seiner heute bereits bekannten Wirkungen sind:

Bekämpfung von Bakterien und Viren

Dies ist wohl eine der wichtigsten und stärksten Eigenschaften des Teebaumöls. Durch den extrem hohen Anteil an Terpinen-4-ol hat er eine sehr hohe antibakterielle Wirkung. So wurde in klinischen Tests bewiesen, dass das Teebaumöl gegen Bakterien wie Escherichia Coli und viele Bakterienstämme der Staphylokokken wirkt. Auch eine positive Wirkung bei der hartnäckigen Erkrankung MRSA wurde nachgewiesen. MRSA (multiresistente Staphylococcus aureus) ist ein antibiotikumresistentes Bakterium, welches jedes Jahr weltweit mehrere tausend Menschen tötet.

Die Krankheit ist erst seit relativ kurzer Zeit bekannt. Medizinischen Forschungsergebnissen zufolge entstand MRSA durch eine Mutation des Erregers Staphylokokkus aureus in Krankenhäusern, in denen von den Ärzten zu extensiv Antibiotika an die Patienten ausgegeben wurden und sich das Bakterium diesem Umstand angepasst hat. Teebaumöl ist - neben teuren Hightech-Antibiotika - eine der wenigen Behandlungsmethoden, welche der Medizin in Bezug auf MRSA zur Verfügung stehen. Diese herausragenden Eigenschaften konnte Dr. Frank Christoph in seiner Dissertation an der Universität Hamburg belegen. Er verglich in seiner Studie die antibakterielle Wirkung von mehreren ätherischen Ölen und konnte feststellen, dass das Teebaumöl von den untersuchten Ölen die höchste keimtötende Wirkung besitzt.

Bei Atemwegserkrankungen

Hier ist der hohe Anteil an Cineol wirkungsgebend. Cineol wirkt schleimlösend auf die Nasennebenhöhlen und die Lunge. Außerdem ist es in der Lage gewisse Neurotransmitter zu hemmen, welche für die Verengung der Bronchien verantwortlich sind. Cineol wirkt auch bei Asthmatikern sehr gut. Die Gabe von reinem Cineol kann die Lungentätigkeit verbessern. Bei der neuzeitlich auftretenden Krankheit COPD (Raucherlunge) kann Teebaumöl als Zusatzmedikation eingesetzt werden.

Bei Erkältung

Die Wirkstoffe Cineol und Terpinen-4-ol  im Teebaumöl wirken sehr heilungsfördernd bei Erkältungen. Wegen seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften tötet das Teebaumöl Bakterien und Viren. Es wirkt so direkt gegen die Erkältung an sich und ist auch noch in der Lage etwaige Folgeentzündungen, wie zum Beispiel Nasennebenhöhlenentzündung, zu verhindern.

Bei Mundgeruch und Zahnfleischentzündung

Jeder kennt ihn und jeder hatte ihn schon einmal - Mundgeruch. Er entsteht, wenn Bakterien Nahrungsreste in unserem Mund zersetzen und dabei Methan und Schwefelgase freisetzen. Durch die antibakterielle Wirkung des Teebaumöls wird die Vermehrung dieser Bakterien gehemmt und damit auch die Bildung von Mundgeruch. Da das Teebaumöl sehr keimtötend wirkt, hilft es auch Zahnfleischentzündungen vorzubeugen, bzw. diese schneller zu heilen. Zusätzlich hilft das Teebaumöl Karies vorzubeugen, da auch Karies durch Bakterien entsteht, welche das Teebaumöl abtötet.

Zur Entgiftung

Teebaumöl ist bekannt dafür, die Tätigkeit der Nieren zu erhöhen. Neben der Leber sind die Nieren das Hauptinstrument des Körpers, um Gifte zu filtern. Teebaumöl wirkt harntreibend und fördert die Durchblutung der Nieren. Dadurch können Giftstoffe besser ausgeschieden werden.

WIRKUNG BEI ÄUSSERER ANWENDUNG

Gegen Akne

Teebaumöl wirkt sehr stark antibakteriell und entzündungshemmend. Diese Eigenschaften machen es zu einem ausgezeichneten Mittel gegen Akne. Es hilft dem Körper dabei die entzündeten Hautpartien zu heilen und verhindert eine Infektion durch Bakterien.

Gegen Flöhe, Milben und Läuse

Bereits die Aborigines verwendeten den Sud aus Teebaumblättern gegen Flohbefall. Der intensive Duft des Teebaumöls wirkt auf die kleinen Plagegeister stark abstoßend. Auch der Befall durch andere Blutsauger, wie Milben und Läuse, lässt sich mit Hilfe des Teebaumöls bekämpfen. Vorsicht ist allerdings bei der Behandlung von Haustieren angebracht, da ihr Organismus die Inhaltsstoffe des Teebaumöls nicht abbauen kann. Die Behandlung kann deshalb eine Vergiftung und sogar den Tod Ihres geliebten Haustieres nach sich ziehen. Sie sollten daher von einer Behandlung absehen.

Gegen Fußpilz, Nagelpilz und andere Hautpilze

Wie viele andere ätherischen Öle besitzt das Teebaumöl ausgeprägte antifungale (gegen Pilze) Wirkung. Allerdings ist diese beim Teebaumöl noch um einiges stärker, als bei den meisten anderen Ölen. Es liegen Berichte vor, wonach eine Behandlung von Fusspilz mit Teebaumöl bereits nach 3 Tagen zu totaler Beschwerdefreiheit führen kann. Aber auch gegen jegliche anderen Hautpilze hilft Teebaumöl ausgezeichnet.

Gegen Haarausfall

Haarausfall kann die verschiedensten Ursachen haben. Diese können von genetischer, hormoneller oder anderer Natur sein. Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass Haarausfall auch von Pilzen verursacht werden kann, die sich in den Haarfollikeln einnisten. Sollte dies bei Ihnen die Ursache für Haarausfall sein, empfiehlt sich Teebaumöl als natürliche Behandlungsmethode.

Gegen Warzen

Sogenannte Stielwarzen sind Hautwucherungen, welche durch das HPV (Human Papilloma Virus) verursacht werden. Wegen seiner antiviralen Komponenten wirkt Teebaumöl auch hier excellent. Der Erfolg der Behandlung kann allerdings etwas auf sich warten lassen, da das Virus zwar abgetötet wird, der Körper aber einige Zeit braucht, um die entstandenen Hautwarzen zurückzubilden.

Gegen Herpes

Das Herpesvirus ist eines der hartnäckigsten Viren und lässt sich nicht dauerhaft aus unserem Organismus vertreiben. Einmal Herpesträger, immer Herpesträger - das ist leider traurige Realität. Allerdings kann man die unschönen und schmerzhaften Herpeswunden mit Teebaumöl sehr gut behandeln, da das Öl den Virus lokal abtöten kann. Ein erneuter Ausbruch von Herpes ist jedoch leider nicht zu verhindern.

Gegen Mücken

Teebaumöl stellt einen ausgezeichneten und vor allem natürlichen Mückenschutz dar. Das enthaltene Terpinen-4-ol wirkt auf die Plagegeister wie Knoblauch auf Vampire. In klinischen Untersuchungen wurde Teebaumöl mit herkömmlichen Insektenschutzmitteln verglichen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Teebaumöl bis zu 70 % wirksamer war, als seine chemischen Konkurrenten.

Anwendung

Bevor sie das Teebaumöl auftragen sollten sie überprüfen, ob sie eventuell allergisch auf das Öl reagieren. Verdünnen sie dafür das Teebaumöl mit etwas Wasser und tragen sie es kleinflächig auf eine Hautstelle auf, an der sie eine etwaige allergische Reaktion nicht stört bzw. wo man diese nicht sehen kann - zum Beispiel am Handgelenk. Sollte sich eine unerwünschte Reaktion einstellen, so ist von jeder weiteren Anwendung abzusehen.

Teebaumöl eignet sich grundsätzlich nicht für grossflächig Anwendungen - z.B. bei Akne. Da es sehr reizend auf die Haut wirken kann, sollte Teebaumöl prinzipiell nur lokal verwendet werden, um betroffene Hautpartien nicht unnötig zu belasten. Tragen sie das Teebaumöl niemals pur, sondern immer nur verdünnt auf. Eine Ausnahme bildet Fuss- bzw. Nagelpilz. Hier können sie das Teebaumöl pur auftragen und eine Zeit lang einwirken lassen. Nach der erfolgten Behandlung kann ein Fußbad mit einigen Tropfen Teebaumöl im Wasser die Wirkung der Behandlung fixieren. Teebaumöl eignet sich auch hervorragend zum Inhalieren. Hierfür geben sie einfach einige Tropfen Teebaumöl in heisses bzw. kochendes Wasser und inhalieren die entstehenden Dämpfe.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Teebaumöl hängen direkt mit dem Alter des Öls zusammen. Hervorzuheben ist dabei die Gefahr einer Kontaktallergie. Dies bedeutet, dass das Teebaumöl bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhäuten allergische Reaktionen, Rötungen und Brennen verursachen kann. Dafür verantwortlich sind die Oxidationsprodukte von Limonen und Terpinen, welche durch Kontakt mit Luftsauerstoff entstehen. Es ist daher von essentieller Bedeutung, das Teebaumöl kühl, dunkel und vor zuviel Luft geschützt zu lagern. Sollten sie das Teebaumöl verschlucken, kann es zu Lungenschäden kommen. Achten sie deshalb darauf dass Kleinkinder keinen Zugang zu Teebaumöl haben. Bei Jungen kann dass Teebaumöl die Östrogenproduktion stark erhöhen. Dies kann zu Gynäkomastie (Brustdrüsenwachstum) führen. Achten sie darauf das Teebaumöl nicht mit Hunden oder Katzen in Berührung zu bringen, da diese die Inhaltsstoffe nicht abbauen können. Dies kann sogar zum Tod ihres Haustieres führen.
 

Chemische Zusammensetzung

Das Teebaumöl setzt sich aus mehr als 100 verschiedenen chemischen Verbindungen zusammen von denen allerdings bei weitem noch nicht alle erforscht worden sind. Die biologisch wichtigsten werden im Folgenden aufgezählt:

Wirkstoff und Anteil in Prozent

  • Terpinen-4-ol (ca. 40%)
  • Alpha-Terpinen (ca. 20%)
  • Terpinolen
  • Terpineol (ca. 3-4%)
  • Pinen
  • Myrcen
  • Phellandren
  • Limonen
  • P-Cymen
  • 1,8-Cineol

Herstellung von Teebaumöl

Teebaumöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen. Aus 100 kg der Blätter erhält man ca. 1 l reines Teebaumöl. Diese sehr geringe Ausbeute macht es zu einem sehr wertvollen Rohstoff. Die Gewinnung von Teebaumöl besitzt in Australien lange Tradition und unterliegt strengen Regeln, was Reaktionsbedingungen und verwendete Pflanzenteile betrifft. Neben dem gemeinen Melaleuca alternifolia dürfen für die Teebaumöl-Gewinnung auch Melaleuca linariifolia und Melaleuca dissitiflora herangezogen werden.

Geschichte

Seinen Namen hat der Teebaum vom britischen Seefahrer James Cook erhalten. Der Leutnant bei der britischen Marine ist im Jahre 1770 mit seinem Schiff - der HMS Endeavour - im Westen Australiens gelandet. Er führte seine Mannschaft auf eine Forschungsexpedition durch das heutige Queensland. Auf dieser Expedition stieß er auf die australischen Ureinwohner, die aus den Blättern des Teebaums einen Sud herstellen und diesen gegen diverse Hautkrankheiten einsetzten. Da die Blätter des Teebaums beim Kochen einen würzigen, schwarztee ähnlichen Geruch verbreiteten, nannte Cook den Baum Teebaum. Erste wissenschaftliche Forschungsprojekte rund um das Teebaumöl entstanden in den 1920er Jahren. Nachdem die vielen positiven Wirkungen des Teebaumöls bekannt wurden, stieg seine Jahresproduktion stetig an. Sie liegt heute bei ca. 770 Tonnen.

Botanik des Teebaums

Der Teebaum ist ein immergrüner Baum der ca. 7-10 m gross wird. Sein Verbreitungsgebiet liegt im australischen Queensland und New South Wales. Er wächst in dieser trockenen Gegend entlang von Gewässern, wie Seen und Flüssen. Seine Borke ist papierähnlich und besteht aus mehreren Lagen. Durch diese Lagen ist seine Borke sehr gut in der Lage, den rauen australischen Witterungsbedingungen, wie Sandstürmen und großer Hitze zu widerstehen. Die Borke schützt den Teebaum außerdem vor Austrocknung.

Kultivierung des Teebaums


Die Samen des Teebaums galten sehr lange als australischer Nationalschatz. Es war bei hohen Gefängnisstrafen verboten, seine Samen außer Landes zu bringen. Heute wird der Teebaum allerdings weltweit unter kontrollierten Bedingungen als Kübelpflanze angebaut. Aufgrund seines Ursprungs ist er bei uns nicht winterhart.

Weitere verwandte Öle

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Niaouliöl

Niaouliöl wird aus der Myrtenheide (Melaleuca quinquenervia) gewonnen. İhr ursprüngliches Verbreitunsgebiet erstreckt sich von Neuseeland bis nach Neukaledonien. Das Öl wirkt entzündungshemmend und ist allgemein sehr gut für die menschliche Haut; z. B. wird es in diversen Kosmetikprodukten, welche gegen Falten helfen sollen, eingesetzt.

Pfefferminzöl

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine Pflanze aus der Gattung der Minzen, deren Verbreitungsgebiet sich, aufgrund seiner Beliebtheit als Heilpflanze, über die gesamte Nordhalbkugel erstreckt. Eingesetzt bei: Darmproblemen, Mundgeruch, Übelkeit, Appetitanreger, Spannungskopfschmerzen, Insektenstichen, u.v.m.