Kampferöl

Kampferöl
Kampfer ist ein Wirkstoff der hauptsächlich im Holz des Kampferbaumes (Cinamomum camphora) zu finden ist. Sein Ursprungsgebiet befindet sich in Japan bzw. Ostasien und erstreckt sich heute aufgrund menschlicher Kultivierung über die gesamte Nordhalbkugel. Die medizinische Wirkung des Kampfers ist bereits seit dem Altertum bekannt und findet bis heute ihre Anwendung. Sein Geruch ist typisch und erinnert an den von Eukalyptus. Den meisten Menschen ist der Geruch des Kampfers durch seine Verwendung in Mottenkugeln bekannt.
Bezeichnung: Kampfer
Botanischer Name: Cinnamomum camphora
Synonyme: Camphora, Campher
Englischer Name: Camphor
Ursprungsländer: Japan, Ostasien
Preis pro 10ml: ab € 5,40

WIRKUNG BEI INNERER ANWENDUNG

Kampfer hat eine direkte Wirkung auf unsere Gefäße und wirkt blutdruckerhöhend. Er wirkt dabei direkt auf die Gefäßnerven und regt diese an, innerhalb des Gefäßes eine Kontraktion zu erzeugen, wodurch sich diese verengen und der Blutdruck steigt. Eine Steigerung dieses Wirkmechanismus des Kampfers ist in Verbindung mit Weißdornblättern möglich. Bei niedrigem Blutdruck können 2-5 Tropfen Kampferöl auf ein Stück Würfelzucker gegeben und dieses im Mund aufgelöst werden. Bei Erkältungen oder anderen Problemen der Atemwege wird eine Kampfersalbe entweder auf die Brust oder unter die Nase gerieben. Wird er inhalativ eingenommen, verspüren Betroffene einen kühlenden und atemanregenden Effekt. Außerdem regt er die Durchblutung der Bronchien an.

Gefahren und Nebenwirkungen

Da die Wirkung von Kampfer stark von der Dosierung abhängt, ist vor einer Überdosierung zu warnen. In höheren Konzentrationen von 0,2-1g Kampfer können Atemnot, Übelkeit und Angstzustände auftreten. Bei sehr hoher oraler Einnahme ab 2g kann Kampfer zu extremen Dejavu Erlebnisen, massiven Störungen des Kurzzeitgedächtnises, Verwirrtheit, Dämmerzuständen, Amnesie und epileptischen Anfällen führen. Der LD50-Wert, also die tödliche Dosis von Kampfer beim Menschen liegt bei 0,1g/kg Körpermasse. Zu Nebenwirkungen kann es bereits bei einer oralen Einnahme von 0,2g Kampfer kommen. Besonders sensibel reagieren Kleinkinder. Weshalb eine Anwendung bei Kindern - egal ob äußerlich oder innerlich - zu vermeiden ist bzw durch einen Arzt überwacht werden sollte.

WIRKUNG BEI ÄUSSERER ANWENDUNG

Kampfer eignet sich besonders zur äußeren Anwendung in Form von Balsamen oder Salben. Die Wirkung von Kampfer ist dabei stark von seiner Dosierung abhängig. Purer Kampfer wirkt stark reizend auf die Haut. Deshalb werden meistens Salben erzeugt, welche einen maximalen Kampfergehalt von 10 % besitzen. Kampfersalben mit einem Wirkstoffgehalt von bis zu 0,1 % haben eine geringe lokalanästhetische und durch die Reizung von Kälteempfindungen leitender Nervenenden kühlende Wirkung. Aufgrund seiner schmerzstillenden und durchblutungsfördernden Wirkung bei höheren Konzentrationen wird Kampfer in Rheumasalben verwendet. Betroffene berichten bereits nach kurzer Anwendung von einer deutlichen Senkung ihres Schmerzempfindens.

Herzbeschwerden

Bei entzündlichen Herzbeschwerden kann mit Kampfer ein positiver gesundheitlicher Effekt erzielt werden. Dabei wird der sogenannte ''Counterirritrans-Effekt'' oder Gegenreiz ausgenutzt. İst der Herzmuskel entzündet wird eine 3-11%ige Kampfersalbe an einer anderen Stelle des Körpers aufgetragen. Durch die durchblutungsfördernde und dadurch erwärmende Wirkung des Kampfers empfindet der Körper dies als sogenannte Pseudo Entzündung und wird von der Entzündung im Herzmuskel abgelenkt.

Muskelverspannungen

Bei leichten Sportverletzungen wie Muskelverspannungen, Sehnenscheidenenztündungen, Schwellungen, Arthritis und leichten Zerrungen hat Kampfer aufgrund seiner gefäßverengenden Wirkung positiven Einfluss.

Für die Haut

Dem Kampfer wird auch positiver Einfluss auf unser Hautbild zugeschrieben. So soll er zum Beispiel hervorragend bei Akne und Ekzemen wirken. Dabei wird die leicht entzündungshemmende Wirkung des Kampfers ausgenutzt. Das ist auch der Grund, warum er in vielen Kosmetikprodukten enthalten ist. Kampfer wirkt außerdem leicht fungizid und ist deshalb auch in Produkten gegen Nagelpilz enthalten.

ANWENDUNG

Die Möglichkeiten zur Verwendung von Kampfer sind kaum begrenzt. Neben seiner medizinischen Wirkung spielt Kampfer auch in der chemischen Industrie eine wichtige Rolle. Er ist ein Grundstoff für die Synthese von Zelluloid, und findet weitere Anwendung in Feuerwerkskörpern und sogenannter Sprenggelatine. Seine wohl bekannteste nichtmedizinische Verwendung ist jene als Mottenabwehrstoff da gewisse Insekten sehr sensibel auf den intensiven Duft des Kampfers reagieren. Innerhalb der EU ist Kampfer ein zugelassenes Produkt zum Schutz von Bienen. Dabei wird Kampfer gegen die Veroamilbe eingesetzt, welche in den letzten Jahren den Hauptgrund für das massenhafte Bienensterben darstellte.
 
Früher wurde Kampfer auch als Zusatzstoff für Tabakprodukte benutzt was heute aufgrund einer EU-Verordnung jedoch verboten ist. In China wurde Kampfer früher zur Strukturveränderung in Speiseeis und Nudeln verwendet. Daneben findet Kampfer in zahlreichen medizinischen und kosmetischen Produkten Anwendung.
 
Kampferspiritus wird Bei Rheuma und niedrigem Blutdruck ist eingesetzt. Er ist hochkonzentriert in Apotheken erhältlich. Bei seiner Anwendung sollte jedoch beachtet werden, dass der Kampferspiritus reizend auf die Haut wirken kann. Bei empfindlicher Haut sollte der Spiritus nach Bedarf verdünnt werden.
 
Kampferöl kann zum Beispiel als ätherisches Öl verwendet werden. Auch sind Anwendungen bei Bluthochdruck bekannt.
 
Kampfersalben kommen in unterschiedlichsten Konzentrationen und für verschiedenste Anwendungsgebiete in den Handel. Ihr Einsatzgebiet ist dabei immer von der Konzentration des Kampfer und den sonstigen enthaltenen Wirkstoffen abhängig.
 
Kampferseife wird speziell gegen Akne und Mitesser verwendet und sollten nicht zur täglichen Reinigung eingesetzt werden

CHEMISCHE ZUSAMMENSETZUNG

Neben dem Hauptbestandteil Kampfer enthält das natürliche Öl des Kampferbaumes noch eine Vielzahl anderer ätherischer Öle.
 
Limonen finden sich Limonen und auch in Zitronen. Es stellt heute einen klassischen Duftstoff da welcher häufig in Reinigungsmittlen zur Anwendung kommt.
 
Pinene kommt heute als Aromastoff in der Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz. Es wirkt reizend auf Augen, Schleimhäute und Atemwege.
 
Terpinolen ist neben dem Kampferbaum auch in Petersilienwurzeln zu finden. Ihm wird eine beruhigende Wirkung auf das Gemüt zugeschrieben.
 
Cineol wirkt schleimlösend und bakterizid
 
Eugenol wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Es wird in der Zahnmedizin als Narkosemittel verwendet. In der Parfümindustrie wird es verwendet um würzige Duftnoten zu kreieren.
 
Safrol kommt in der Nahrungsmittel- und der Parfumindustrie zum Einsatz. Das amerikanische Root Beer erhält durch Safrol seinen typischen Geschmack. In der EU wurde Safrol als Zusatzstoff für Nahrungsmittel verboten, da es auch als Ausgangsstoff für die Synthese der illegalen Droge MDMA verwendet werden kann.
 
Geraniol ist heute vor allem aufgrund seiner starken antioxidativen Wirkung bekannt.
 
Linalool wirkt reizend auf Augen und Schleimhäute.
 
Borneol ist ein starker Geruchsstoff und wird hauptsächlich in der Parfümindustrie verwendet.
 
Sabinene werden zur Behandlung von Hautwarzen benutzt. Bei Überdosierungen kann das Sabinen zu Magen-Darmbeschwerden, Schwindel und Erbrechen führen. Sollte nach der Einnahme von Kapferöl blutiger Stuhlgang oder Urin auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sabinenvergiftung hoch.

Herstellung

Kampfer als chemischer Reinstoff wird heute aufgrund seiner vielfältigen Verwendung und der hohen weltweiten Nachfrage meist synthetisch hergestellt. Im Jahr 2016 betrug die weltweite Kampferproduktion weit über 190000 Tonnen. Kampferöl natürlichen Ursprungs wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem Holz des Kampferbaums gewonnen und enthält neben dem Hauptwirkstoff Kampfer noch eine Vielzahl anderer pharmazeutisch aktiver Stoffe. Das Holz älterer Bäume enthält dabei wesentlich mehr Kampfer als das jüngerer Bäume. Für die Kampferproduktion werden daher Bäume verwendet welche ein Mindestalter von 50 Jahren besitzen. Die Kampferbäume werden dabei nicht gefällt, sondern es werden lediglich die oberen Äste verwendet.

Lagerung
Sie sollten das Öl kühl, trocken und dunkel lagern. Kampfer ist stark wasseranziehend, was bei feuchter Lagerung bzw hoher Luftfeuchtigkeit dazu führen kann, dass sich seine Konsistenz leicht verändert. Dies ist kein Hinweis auf Qualitätsverlust, sondern bedeutet nur dass der Kampfer Wasser aus der Luft aufgenommen hat. Er kann trotzdem normal weiterverwendet werden. Sie sollten vor allem auch darauf achten, das Öl immer außerhalb der Reichweite von Kindern zu lagern.

GESCHICHTE

Das Öl des Kampferbaumes war früher in Japan ein begehrtes Aphrodisiakum und wichtiges Heilmittel. Die Wirkung des Kampfers ist in Japan seit mindestens 900 Jahren bekannt. Man weiß von den Samurai dass sie Kampferöl verwendeten um Muskelverletzungen zu behandeln. Auch den Arabern, welche im Mittelalter berühmt waren für ihre fortschrittliche Medizin war Kampfer geläufig. So beschrieb bereits der weltbekannte persische Arzt und Philosoph Avicenna in seinem Werk ''Kanon der Medizin'' mehrere Anwendungen von Kampfer als Heilmittel. In der muslimischen Welt wird bis heute mit Kampfer parfümiertes Wasser für die Totenwäsche verwendet. In Europa wurde der erste Kampferbaum in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Holland gepflanzt.

BOTANIK

Der Kampferbaum kann mehrere hundert Jahre alt werden und erreicht dabei einen Stammdurchmesser von bis zu 3 Metern und eine maximale Wuchshöhe von 35 m. Alle Teile des Baumes von der Wurzel bis zu den Blättern enthalten den Wirkstoff Kampfer. Dementsprechend intensiv ist sein Duft nach Kampfer. Die Rinde des Kampferbaumes hat eine gelbliche bis braune Farbe und schält sich in regelmäßigen Abständen ab. Seine Blütezeit reicht von Ende April bis Ende Mai. Die Blütenstiele werden ca 1-2 mm lang, die zwittrigen Blüten der Pflanze haben einen Durchmesser von ca. 3 mm. Die eiförmige Frucht hat eine dunkelpurpurne bis fast schwarze Farbe und erreicht einen Durchmesser von 6-8 mm. Der Kampferbaum benötigt Temperaturen von 15-20 Grad und halbtrockene bis feuchte Böden. Er wird heute vor allem in Sri Lanka, Brasilien und in Gebieten Ost-Asiens angepflanzt. 

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