Veilchenöl

Veilchenöl
Veilchenöl ist ein sehr wertvolles ätherisches Öl, das aus der gleichnamigen Blume gewonnen wird. Der Duft des Öls spiegelt die Gestalt des Veilchens sehr gut wieder, er ist zart, intensiv blumig und süß.
Bezeichnung: Veilchen
Botanischer Name: Viola
Synonyme: Violen, Viola, Violaceae, Märzenveilchen, Stiefkindle, Heckenveilchen, Märzveigerl, Oeschen, Osterchen, Veigerl
Englischer Name: violet
Ursprungsländer: Nordamerika, Anden, Japan, Australien, Tasmanien
Preis pro 10ml: zwischen 3,45 - 14,65€

Psychologische Wirkung

Das Veilchenöl ist eines jener ätherischen Öle, die es vermögen, seelische Wunden zu heilen. Dem Öl wird nachgesagt, dass es uns helfen kann, Schockerlebnisse besser zu verarbeiten. Eine Trennung zum Beispiel stellt für viele Menschen eine scheinbar unüberwindbare Hürde dar. Veilchenöl hat auf solche Ereignisse einen äußerst tröstende Effekt. Es hebt allgemein unsere Stimmung und kann sogar depressive Gemütszustände vertreiben. Das Veilchenöl wirkt auch beruhigend und ist somit ein gutes Mittel gegen Schlafstörungen.. Man kann das Öl aber auch einfach nur gegen Stress und zur Entspannung verwenden. Dem Veilchenöl wird außerdem eine starke angstlösende Wirkung nachgesagt. Da viele Menschen in ihrem Leben durch Angstzustände eingeschränkt sind, kann Veilchenöl den Betroffenen eine höhere Lebensqualität bringen.

Körperliche Wirkung von Veilchenöl

Veilchenöl hat viele positive Eigenschaften, die unserer Gesundheit dienlich sind. Es wirkt antiseptisch, auswurffördernd, antibakteriell, antifungal und durchblutungsfördernd. Alle diese Eigenschaften können wir nutzen, um Veilchenöl gegen eine große Anzahl gesundheitlicher Beschwerden einzusetzen.

Veilchenöl gegen Husten, Keuchhusten und Bronchitis

Bei diesen Beschwerden wirken gleich mehrere Eigenschaften des Veilchenöls positiv. Da das Öl eine ausgeprägte antibakterielle Wirkung besitzt, werden Bakterien, die eine Erkrankung auslösen,  bekämpft, etwa bei Grippe oder einer einfachen Erkältung. Veilchenöl wirkt zusätzlich auswurffördernd. Das bedeutet, dass in der Lunge festsitzender Schleim von Betroffenen durch die Wirkung des Öls besser abgehustet werden kann. Da Schleim in der Lunge meistens für Husten verantwortlich ist, erfährt Patient eine schnelle Linderung, kann besser durchatmen und muss weniger husten.

Veilchenöl gegen Pilzerkrankungen

Viele Menschen leiden an diversen Pilzerkrankungen wie Fuß- oder Nagelpilz. Sehr oft zieht das unangenehmen Fußgeruch und schlimmere Probleme, etwa den Verlust der Nägel mit sich. Das kann Veilchenöl aufgrund seiner antifungalen Wirkung verhindern.

Veilchenöl gegen Prostatakrebs

Neue Studien über Prostatakrebs haben ergeben, dass Veilchenduft das Wachstum von Prostatakrebszellen unterbinden kann. Ursache dafür sind die im Öl enthaltenen Jonone. Diese ähneln in ihrer Struktur einem Stoffwechselprodukt des Hormons Testosteron. Und eben dieses Stoffwechselprodukt verhindert die Teilung der Krebszellen. Diese Erkenntnis der Wissenschaftler könnte einen ersten Ansatzpunkt für die Heilung von Prostatakrebs darstellen. Zwar ist eine Heilung etwa durch Riechen an Veilchenöl den Wissenschaftlern zufolge zwar ausgeschlossen, jedoch stellt bereits die Entdeckung des Wirkmechanismus’ einen Durchbruch dar.

Veilchenöl gegen Schmerzen / Gelenkschmerzen

Einige Inhaltsstoffe im Veilchenöl haben eine ausgeprägte schmerzstillende Wirkung. Dadurch kann man mit dem Öl unter anderem schmerzhafte Beschwerden, wie zum Beispiel Gelenkschmerzen, sehr gut behandeln. Dies ist auch der Grund, warum die schmerzstillenden Wirkstoffe des Veilchenöls oft Cremes und Lotionen beigemischt werden.

Veilchenöl gegen Blähungen

Wie viele anderen ätherischen Öle auch, hat das Veilchenöl starke antibakterielle Eigenschaften. Blähungen entstehen in unserem Körper durch eine Störung der Magenfauna. Die Bakterien in unserem Darm können Nahrung nicht mehr richtig verdauen, wodurch die für uns übelriechenden Gase Methan und Schwefeldioxid entstehen. Veilchenöl kann diese Störungen der Darmfauna beheben und dadurch die Entstehung von Blähungen unterbinden.

Anwendung

Veilchenöl ist eines der wenigen ätherischen Öle, die auf unsere Haut nicht reizend wirken. Sie können das Öl somit ohne Bedenken pur auftragen. Für die Behandlung schmerzhafter Erscheinungen, wie etwa Gelenksschmerzen, eignen sich Wickel mit Veilchenöl besonders gut. Sie können das Öl zwar pur verwenden, jedoch sollten Sie wegen seines hohen Preises nicht zu verschwenderisch damit umgehen. Das Öl entfaltet seine Wirkung auch wenn Sie nur einige wenige Tropfen davon zu einem Trägeröl geben. Wenn Sie Veilchenöl gegen Probleme Ihrer Atemwege verwenden wollen, können Sie einfach einige Tropfen zu kochendem Wasser geben und die entstehenden Dämpfe inhalieren. Um es als klassisches Duftöl zu verwenden, können Sie es klassisch in einem Diffusor oder einer Duftlampe erhitzen.

Herstellung von Veilchenöl

Veilchenöl wird mittels Alkoholextraktion aus den Blüten und Wurzeln der Pflanze gewonnen. Man benötigt für 1l reines ätherisches Öl bis zu 5000 kg Pflanzenmaterial. Dieser Umstand ist auch dafür verantwortlich, dass Veilchenöl so teuer ist.

Veilchenöl selbst herstellen

Man kann Veilchenöl auch sehr gut zuhause herstellen. Dieses selbst hergestellte Öl eignet sich jedoch nicht zur therapeutischen Verwendung, da lediglich die Duftstoffe des Veilchenöls auf ein anderes Öl übertragen werden. Für die Herstellung zuhause benötigen Sie ca. 100 g getrocknete Veilchenblüten und 100 ml Distelöl. Geben Sie das Öl zusammen mit den Blüten in ein Einmachglas und stellen Sie dieses gut verschlossen an einen dunklen und warmen Ort. Nach ungefähr 10 Tagen hat das Öl den Duft der Blüten angenommen und steht zur freien Verwendung bereit.

Inhaltsstoffe im Veilchenöl

Die wichtigsten biologisch aktiven Inhaltsstoffe im Veilchenöl sind:
  • Jonone
  • Camphen
  • Saponene
  • Schleimstoffe
  • Violin
  • Gauin
  • Gaultherin

Geschichte

"Der Frühling kommt, der Himmel lacht, es steht die Welt in Veilchen" dichtete bereits Theodore Storm. Das Veilchen war in unserer Kultur seit jeher Sinnbild für Zartheit und Frühling. Im alten Griechenland war die Blume dem Gott Ion geweiht. Seine medizinische Wirkung ist schon seit vielen Jahrhunderten bekannt. Hildegard von Bingen empfahl bereits Veilchenöl gegen Schwellungen in der Brust, zur Blutreinigung und gegen Drüsenschwellungen. Genauere Untersuchungen zur medizinischen Verwendung von Veilchenöl im Mittelalter stellte Uta Kahlert in ihrer Dissertation an der Universität Bonn an.

Botanik

Das Veilchen ist eine bis zu 30 cm hohe Blume die hauptsächlich in den gemäßigten Breitengraden verbreitet ist. Sie wird als Zierpflanze in Garten und Parks geschätzt und es gibt mehr als 500 verschiedene Veilchenarten, von denen die meisten die klassische violette Blütenfärbung aufweisen. Es existieren allerdings auch zahlreiche Zuchtformen, deren Blütenfarben stark variieren können. Besonders beliebt ist das Veilchen wegen seines angenehmen Duftes. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Duftstoffe des Veilchens heute oftmals für die Duftstoffindustrie chemisch synthetisiert werden. Die Blütezeit des Veilchens reicht von März bis Juni.

Weitere verwandte Öle

Grapefruitöl

Die Grapefruit, oder auch Pampelmuse genannt, ist neben der Zitrone und der Orange die Dritte der Citrusfrüchte. Der Duft des Grapefruitöls erinnert an den klassischen Citrusduft und ist stark geprägt vom Hauptinhaltsstoff Limonen, allerdings etwas bitterer. Das Grapefruitöl hat allerdings nicht nur einen sehr angenehmen Duft, sondern findet auch breite Anwendung im therapeutischen Bereich.

Jasminöl

Jasminöl wird aus dem echten Jasmin (Jasminum officinale) gewonnen und gilt als besonders exquisit und teuer. Sein Duft ist bereits seit vielen Jahrhunderten in diversen Kulturen rund um den Globus von großer Bedeutung und wird oft mit Liebe und Erotik assoziiert.

Neroliöl

Neroliöl ist ein ätherisches Öl, das aus der Blüte der Bitterorange gewonnen wird. Es stellt einen seltenen und äußerst teuren Duftstoff dar, der heute vor allem in der Parfumindustrie zum Einsatz kommt, aber auch viele Heilwirkungen mit sich bringt. Der Duft des Neroliöls wird als blumig und frisch beschrieben.

Tabaköl

Entgegen der weitläufigen Meinung hat der Duft von Tabaköl nichts mit dem von Zigaretten und Tabakrauch gemeinsam. Der Duft des Öls wird als leicht zitrusartig mit Beeren- und Holznoten beschrieben.

Weihrauchöl

Weihrauchöl, auch Olibanum genannt, findet heute breite Verwendung in der Kosmetik- und Parfümindustrie. Es hat einen typischen, leicht zitronenartigen Weihrauchduft, der an Koniferen erinnert.