Lärchenöl

Lärchenöl
Die Lärche (Larix) ist ein Baum aus der Gruppe der Kieferngewächse. Der Duft von Lärchenöl ist intensiv würzig und erinnert leicht an Benzin. Das ätherische Öl der Lärche wird auch Terpentin genannt - nicht zu verwechseln mit dem Lösungsmittel Terpentin, welches aus Erdöl gewonnen wird. Die Lärche ist der einzige Nadelbaum der Welt, der im Winter seine Nadeln abwirft.
Bezeichnung: Lärche
Botanischer Name: Larix
Synonyme: Lärchennadelöl
Englischer Name: Larch
Ursprungsländer: Mittel- und Nordeuropa

Psychologische Wirkung

Lärchenöl ist für seine stimmungsaufzuhellende Wirkung bekannt. Es sorgt bei depressiver Stimmung dafür, dass unser Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt und wirkt dadurch bei Stimmungsschwankungen ausgleichend.

Körperliche Wirkung

Lärchenöl hat wegen seiner einzigartigen Wirkstoffkombination ein sehr breites Spektrum an positiven Wirkungen auf unseren Körper. Früher wurde aufgrund fehlender Aufbereitungsmethoden in ländlichen Gegenden meistens das Harz der Lärche zur Behandlung gesundheitlicher Leiden verwendet. Eine ausführliche Arbeit über die medizinische Verwendung von Lärchenharz hat Elisabeth Unterhofer im Jahre 2010 verfasst. Durch den technischen Fortschritt ist es heute möglich, die Heilkraft der Lärche in Öl zu binden und sie so für jedermann zugänglich zu machen. Das ätherische Öl der Lärche hilft unter anderem bei folgenden Leiden:

Lärchenöl  gegen Nervenschmerzen

Das Lärchenöl hat die Fähigkeit, viele Arten von Neurotransmitter zu blockieren. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die eine Information von einem Nervenende zum nächsten transportieren. Eine solche Information ist zum Beispiel Schmerz oder Druck. Wird der Nerv nun daran gehindert, solche Neurotransmitter zu bilden und abzugeben, ist der Nerv auch nicht mehr dazu in der Lage unserem Gehirn zu signalisieren, dass es Schmerz empfinden soll.

Lärchenöl bei Erkältungen und Grippe

Lärchenöl wirkt stark antibakteriell und schleimlösend. Diese Wirkungen kann man sich bei verstopften oder entzündeten Atemwegen sehr gut zu Nutze machen. Wird Lärchenöl bei solchen Leiden mit Wasserdampf inhaliert, zeigt sich bereits nach sehr kurzer Zeit ein positiver Effekt. Die Lunge wird durch das Öl dazu angehalten, flüssiges Sekret zu bilden, wodurch sich der feste Schleim in der Lunge verflüssigt. Das in der Lunge befindliche Sekret löst sich rasch und kann abgehustet werden, wodurch es dem Patienten wieder möglich ist, durchzuatmen. Gleichzeitig bekämpft das Öl auch die krankheitsbildenden Erreger.

Lärchenöl gegen Furunkel

Furunkel sind lokale Entzündungen der Haut, die durch das Bakterium Staphylococcus aureus  ausgelöst werden, wenn es sich in Haarfollikeln einnistet. Das Lärchenöl ist dazu in der Lage durch die dünne Fettschicht der Follikel direkt in das Bakterium einzudringen und dieses am Wachstum zu hindern oder es gar direkt abzutöten.

Lärchenöl  gegen Nieren-  und Gallensteine

Lärchenöl wirkt sehr stark harntreibend. Dadurch dass der Körper mehr Urin absondert, sinkt auch automatisch der Harnsäurespiegel im Blut. Nierensteine entstehen dann, wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, den Harnsäurespiegel im Blut zu regulieren. Die Harnsäure beginnt in den Nieren zu kristallisieren und bildet sogenannte Nierensteine. Durch den gesenkten Harnsäurespiegel können sich keine Nierensteine mehr bilden. Durch die harntreibenden Eigenschaften des Lärchenöls ist es auch förderlich für die Entgiftung unseres Körpers, da mit dem Urin nicht nur Harnsäure, sondern auch andere Giftstoffe ausgeschieden werden.

Lärchenöl gegen Parasiten

Früher stellten Parasiten, wie zum Beispiel der Bandwurm für den Menschen ein großes Risiko dar. Man hat Menschen mit Würmern früher Lärchenpech zum Kauen verschrieben - ähnlich einem Kaugummi. Heute verwendet man gegen Bandwürmer die Inhaltsstoffe der Lärche jedoch in Kapsel oder Pillenform. Diese Medikamente enthalten meistens eine festgelegte Konzentration an Lärchenöl. Von einer Behandlung ohne ärztlichen Rat ist jedoch abzusehen.
 
Neben all diesen Eigenschaften soll das Lärchenöl noch menstruationsfördernd, durchblutungssteigernd und antifungal wirken. Diese Eigenschaften wurden bis heute jedoch noch nicht wissenschaftlich untersucht.

Nebenwirkungen

Lärchenöl gilt als sehr nebenwirkungsarm. Dies ist jedoch von der Dosierung abhängig. Eine Überdosierung kann unter anderem zu Leber- und Nierenschäden führen. Bei sehr hohen Dosierungen kann es auch zu Schäden am ZNS (Zentrales Nervensystem) kommen.

Anwendungen

Das Lärchenöl kann sowohl innerlich wie auch äusserlich angewendet werden. Sollten Sie das Lärchenöl inhalieren wollen - zum Beispiel gegen eine Erkältung - so tun sie das niemals in reiner Form. Geben sie dafür einfach 4-5 Tropfen Lärchenöl zu 1 l kochendem Wasser und inhalieren sie anschließend den Dampf.

Wenn sie das Öl auf ihre Haut auftragen wollen, ist auch hier von einer Behandlung mit nicht verdünntem Lärchenöl abzuraten, da das Öl auf unsere Haut sehr reizend wirken kann. Geben sie für die äußerliche Anwendung 1-2 Tropfen Lärchenöl zu 10 ml eines hochwertigen Speiseöls und tragen sie das Gemisch anschließend auf. Alternativ dazu bietet es sich an, eine Salbe oder Crème mit Lärchenöl herzustellen. Sie können dafür einfach etwas Lärchenöl zu jeder handelsüblichen Handcreme geben.

Ein anderes Rezept beschreibt die Zubereitung von Lärchenöl mit Joghurt. Dabei wird das Lärchenöl zusammen mit etwas Naturjoghurt erhitzt und das noch warme Gemisch auf die Haut aufgebracht. Eine Ölkonzentration von 10-20% hat sich dabei als zielführend erwiesen. Eine weitere Anwendung des Lärchenöls findet sich in der sog. Bachblütentherapie, in der sie als Blüte Nr. 19 unter dem Namen ''Larch'' verwendet wird.

Herstellung von Lärchenöl

Die Herstellung von Lärchenöl ist wesentlich komplexer als die Gewinnung anderer ätherischer Öle. Durch Anbohren der Lärche wird der Baum, dazu gebracht, einen dickflüssigen, harzigen Saft abzusondern, den sogenannten Lärchenbalsam. Dieser Lärchenbalsam hat eine sehr komplexe Zusammensetzung. Durch stufenweises Erhitzen trennt er sich in seine 2 Hauptbestandteile auf -   Terpentin und Kolophonium. Für die Ölgewinnung benutzt man die Nadeln und kleinere Äste der Lärche. Aus ca. 700 kg Pflanzenmaterial erhält man 1 l reines Öl.

Chemische Zusammensetzung von Lärchenöl

Im Öl der Lärche befinden sich einige einzigartige Wirkstoffe, die sie zu einem wertvollen Heilmittel machen.  Einige dieser Wirkstoffe sind:
Bernsteinsäure ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff E 363 zugelassen. Sie dient aufgrund ihres salzigen Geschmacks als Geschmacksverstärker in Desserts und Trockensuppen. In der Diätkost dient Bernsteinsäure als Ersatz für Kochsalz.
Ricinolsäure ist bekannt dafür, Wehen auszulösen. Sie wird in vielen Cremes und Fußpflegeprodukten als Geruchsgeber verarbeitet.
Essigsäurenerylester spielt in der Geruchsindustrie eine bedeutende Rolle. Er verleiht Parfums einen Duft nach Rosen.
Neben diesen İnhaltsstoffen findet man im Terpentin noch Lariciresinol,  Bitterstoffe,  und Laricoresen.

Botanik

Mit Wuchshöhen von bis zu 50 m ist die Lärche ist ein grosser Baum. Sie kann außerdem ein Alter von ca. 300 Jahren erreichen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa bis in den hohen Norden. Auch in den USA und Kanada ist die Lärche anzutreffen. Sie wechselt im Herbst ihre Farbe von grün auf gelb und wirft im Winter ihre Nadeln ab.  An einem Kurztrieb hat die Lärche 10-50 Nadeln. Ihre Borke ist in jungen Jahren grau-braun und bei älteren Bäumen rötlich bis dunkelbraun. Lärchen sind getrenntgeschlechtlich und pflanzen sich - wie bei Nadelbäumen üblich - über Samen fort, welche sich in Zapfen befinden. Die Zapfen der Lärche brauchen vom Punkt der Befruchtung bis zum Auswurf der Samen ca. 4-7 Monate, bleiben anschließend jedoch noch für mehrere Jahre am Baum hängen.

Weitere verwandte Öle

Johanniskrautöl

Das echte Johanniskraut ist eine Pflanze aus der Gattung der Johanniskräuter. Das Johanniskraut ist bei uns besonders in großen Höhenlagen häufig anzutreffen. Sein Öl hat vielfältige medizinische Anwendungen.

Kurkumaöl

Kurkumaöl wird aus der Wurzelknolle des Kurkumastrauchs (Curcuma longa) gewonnen. Kurkuma ist zum Beispiel Bestandteil von Curry und für dessen gelbe Farbe verantwortlich. Das Öl des Kurkumastrauches hat vielfältige medizinische Wirkungen und ist Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte.

Lavendelöl

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lippblütler, der heute vor allem zur Gewinnung von Aromastoffen dient. Es gibt 3 Arten von Lavendel, aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird. Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

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Die Melisse stellt heute ein sehr beliebtes Kraut in der Heilkunde sowie in der Küche dar und Ihr Öl hat vielfältige positive Auswirkungen auf unsere Psyche und unseren Körper. Der Duft des Melissenöls erinnert stark an Pfefferminte und Zitrone.

Niaouliöl

Niaouliöl wird aus der Myrtenheide (Melaleuca quinquenervia) gewonnen. İhr ursprüngliches Verbreitunsgebiet erstreckt sich von Neuseeland bis nach Neukaledonien. Das Öl wirkt entzündungshemmend und ist allgemein sehr gut für die menschliche Haut; z. B. wird es in diversen Kosmetikprodukten, welche gegen Falten helfen sollen, eingesetzt.

Orangenöl

Orangenöl wird aus der gemeinen Orange (Citrus × sinensis) gewonnen, einem immergrünen Baum, dessen Verbreitungsgebiet sich mittlerweile über die ganze Welt erstreckt. Man unterscheidet 2 Arten von Orangenöl, das bittere Orangenöl aus Citrus sinensis und das süße Orangenöl aus Citrus aurantium.

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Oregano ist mit seinem typisch würzig-aromatischen Duft den meisten nur als Gewürz in der Küche bekannt. Jedoch hat Oregano besonders gut wirkende Heileigenschaften welche breits seit der Antike bekannt und genutzt wurden.

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Das Teebaumöl stammt vom australischen Teebaum (Melaleuca antifolia), einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, der ausschließlich in Australien vorkommt. Teebaumöl wird wegen seiner biologisch aktiven Inhaltsstoffe in vielen medizinischen und kosmetischen Produkten verwendet. Der Duft des Teebaumöls ist sehr würzig.

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Vanilleöl wird aus der Vanilleschote gewonnen. Sein Duft ist typisch süßlich und einer der am weitverbreitetsten Düfte überhaupt. Vanilleöl wird nicht nur als Duftgeber in den verschiedensten Produkten verarbeitet, sondern findet auch breite medizinische Verwendung.Vanillin eignet sich jedoch nicht zur Behandlung von gesundheitlichen Problemen.

Ylang Ylang Öl

Ylang-Ylang-Öl wird aus den Blüten des in Indonesien beheimateten Ylang-Ylang-Baumes gewonnen und gilt in vielen Ländern als Heilmittel. Der Herstellungsprozess des Öls ist wesentlich komplexer, als der anderer ätherischer Öle und je nach Dauer des Prozesses ändert sich auch der Duft des Öls. Diese öl ist eine der Grundduftnoten des weltbekannten Parfums Chanel Nr. 5.

Zitronengrasöl

Das Öl des Zitronengrases wird mittels Vakuumdestillation gewonnen. Dafür wird das Zitronengras ausgekocht und der erhaltene Sud unter Vakuum destilliert. Es findet Verwendung im medizinischen und aromatherapeutischen Bereich und ist aufgrund seines intensiven Zitrusduftes und diverser biologisch aktiver Inhaltsstoffe sehr beliebt.

Zypressenöl

Das ‘Oleum cupressi’ wird aus der gemeinen Zypresse (Cupressus) gewonnen. Sein Duft ist würzig bis harzig. Die Zypresse galt sehr lange als heiliger Baum, der bereits im Altertum mit der Überwindung von Trauer und Tod in Verbindung gebracht wurde.